Impf-Kampagnenstart in allen EU-Staaten offenbar zeitgleich

16. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Der Impfstart der EU soll offenbar koordiniert erfolgen. Über die Zulassung eines Impfstoffes wird am 21. Dezember entscheiden. Unterdessen will die EU weitere Impfdosen kaufen.

Die Corona-Impfkampagne soll offenbar zeitgleich in allen EU-Ländern starten. Der genaue Termin stehe aber noch nicht fest, hieß es am Dienstag aus dem Umfeld des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Er informierte am Dienstag die Fraktionsvorsitzenden der französischen Nationalversammlung über die geplante EU-weite Impfkampagne. Die EU-Kommission plant derweil einem Medienbericht zufolge den Kauf von zusätzlichen 180 Millionen Corona-Impfstoffdosen.

Entscheidung über Zulassung am 21. Dezember

Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte am Dienstag angekündigt, bereits am 21. Dezember über die Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer zu entscheiden - acht Tage vor dem bisher anvisierten Termin. Damit könnten noch heuer die ersten Impfungen in der EU beginnen.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bezeichnete dies als "großartige Nachricht". Er gehe davon aus, dass nach Zulassung durch die EU-Kommission alle Mitgliedsstaaten gleichzeitig eine erste Vorlieferung des Produzenten erhalten werden. Danach "und anschließend nach Lieferung der weiteren rund 230.000 Dosen werden wir diese Impfdosen entsprechend der österreichischen Impfstrategie in den Alten- und Pflegeheimen zur Impfung bereitstellen", kündigte Anschober die nächsten Schritte an.

EU will zusätzliche Impfdosen kaufen

Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Dienstag berichtete, bereitet die EU-Kommission derzeit vor, die vertraglich vereinbarten Optionen für den Kauf von zusätzlichen 180 Millionen Impfdosen einzulösen. Geplant ist demnach der Kauf von 80 Millionen weiteren Dosen des US-Herstellers Moderna und 100 Millionen von Biontech und Pfizer.

Die EU-Kommission schließt im Auftrag der Mitgliedstaaten Verträge mit den Herstellern ab. Laut dem "Spiegel" wurden bisher mit sechs Firmen Vereinbarungen getroffen. Für den Fall, dass die vereinbarten Mengen den Bedarf nicht decken, waren Optionen für den Kauf zusätzlicher Chargen vorgesehen. Die Kommission will sie nach Angaben aus EU-Kreisen nun wegen des sich abzeichnenden großen Bedarfs ziehen.

Quelle: Agenturen