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Hunderttausende von Hochwasser in Mosambik betroffen

20. Jan. 2026 · Lesedauer 2 min

Der afrikanische Küstenstaat Mosambik erlebt eine der schwersten Flutkatastrophen seit Jahrzehnten. Heftige Regenfälle seit Ende Dezember haben Überschwemmungen im Süden des Landes an der Ostküste Afrikas ausgelöst, von denen mehr als 600.000 Menschen betroffen sind. Mindestens 50 Menschen sind nach Angaben der Katastrophenbehörde des Landes ums Leben gekommen, wie das Notfallkoordinierungszentrum der Europäischen Kommission mitteilte.

In den kommenden 24 Stunden würden weitere, teils sehr schwere Regenfälle im Süden des Landes erwartet, hieß es weiter. Betroffen sind vor allem die Provinzen Gaza, Maputo, Inhambane und Sofala. Rund 78.200 Menschen harrten weiter in Notunterkünften aus, Tausende Häuser seien zerstört worden. Gesundheitseinrichtungen und wichtige Infrastruktur seien stark betroffen, sagte die Leiterin des UNO-Nothilfebüros OCHA in Mosambik, Paola Emerson. 90 Prozent der Bevölkerung des Landes lebte in Lehmhäusern, die "nach wenigen Tagen Regen praktisch schmelzen", sagte Emerson. In neun Provinzen seien etwa 5.000 Kilometer Straßen beschädigt worden. Die Hauptstraße, die die Hauptstadt Maputo mit dem Rest des Landes verbinde, sei unpassierbar.

Der Fluss Limpopo ist über die Ufer getreten und hat mehrere Orte überschwemmt. Am Massingir-Staudamm an einem Hauptzufluss des Limpopo seien zum ersten Mal seit 1977 alle 14 Schleusen geöffnet worden, berichteten mosambikanische Medien. Die aus dem Damm abgelassene Wassermenge sei innerhalb weniger Stunden von 10.000 auf 17.000 Kubikmeter pro Sekunde gestiegen. Auch die Stauseen flussaufwärts in den Anrainerstaaten seien voll.

Der Vizepräsident der nationalen Katastrophenbehörde INGD, Gabriel Monteiro, warnte davor, dass das Hochwasser noch schwerer ausfallen könnte als die historische Flutkatastrophe im Jahr 2000, die Hunderte Menschenleben kostete. Die Situation sei diesmal noch schwerwiegender, da zusätzliche Provinzen betroffen wären, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur AIM. Das Land sei mittlerweile aber besser vorbereitet als früher. Mehrere UNO-Organisationen und humanitäre Partner leisten Nothilfe für die Betroffenen.

Tödliche Fluten auch in Südafrika und Simbabwe

Auch Mosambiks Nachbarstaaten Südafrika und Simbabwe erleben nach schweren Regenfällen derzeit Überschwemmungen. In Südafrika sei die Zahl der Todesopfer seit Ende Dezember auf 30 gestiegen, teilte das Notfallkoordinierungszentrum der Europäischen Kommission mit. Am stärksten betroffen seien die Provinzen Limpopo und Mpumalanga im Norden. Die Regierung rief deshalb am Sonntag den nationalen Katastrophenfall aus. In Simbabwe wurden demnach 70 Todesfälle gemeldet.

Zusammenfassung
  • Mehr als 600.000 Menschen in Mosambik sind von schweren Überschwemmungen betroffen, mindestens 50 Menschen kamen ums Leben und rund 78.200 befinden sich weiterhin in Notunterkünften.
  • Besonders betroffen sind die südlichen Provinzen, wo Tausende Häuser zerstört wurden, 5.000 Kilometer Straßen beschädigt sind und die Hauptstraße nach Maputo unpassierbar ist.
  • Auch die Nachbarländer Südafrika und Simbabwe kämpfen mit Überschwemmungen, wobei dort 30 beziehungsweise 70 Todesopfer gemeldet wurden.