APA - Austria Presse Agentur

Hunderte Deutsche nachts auf Autobahnen eingeschneit

09. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Extremes Winterwetter mit riesigen Schneemengen hat den dritten Tag in Folge weite Teile Deutschlands beherrscht und zu Stillstand beim Verkehr geführt. Auf der A2 bei Bielefeld verbrachten Fahrer und Mitfahrende die ganze Nacht auf der Straße und mussten bei klirrender Kälte zum Teil mehr als 16 Stunden lang in ihren Autos ausharren. Die Autobahn wurde zeitweise in beiden Fahrtrichtungen gesperrt - insgesamt bildeten sich rund um Bielefeld am Dienstag über 70 Kilometer Stau.

Auch auf anderen Autobahnen wie der A4 in Osthessen kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Ein Schneesturm hatte in Teilen Deutschlands bereits am Sonntag Verkehrschaos verursacht. Die Deutsche Bahn sprach auch am Dienstag noch von "extremem Unwetter", durch das es weiterhin in weiten Teilen Deutschlands zu Verspätungen und Zugausfällen komme. Zwar arbeiteten Einsatzkräfte mit Hochdruck daran, insbesondere die Hauptstrecken von Schnee und Eis zu befreien, berichtete die Bahn. Vielerorts erschwerten aber starke Schneefälle, Schneeverwehungen und Frost die Arbeiten.

Von Dresden aus fuhren am Dienstag bis auf weiteres keine Fernverkehrszüge in Richtung Leipzig, Frankfurt, Hannover und Köln. Auch zwischen Hamburg und Kiel, zwischen Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland auf Sylt rollten demnach keine Fernzüge.

Für die Ostsee sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag teils starken Schneefall mit Schneeverwehungen voraus. Für Ostholstein galten deswegen am Dienstag amtliche Unwetterwarnungen. An den Küsten sei es windig bis stürmisch. Für den Süden Deutschlands meldeten die DWD-Meteorologen leichten Schneefall. Verbreitet herrsche außerdem Dauerfrost.

Wegen Schnee und Eis auf der Landebahn starteten und landeten bis einschließlich Mittwoch am Flughafen Dortmund keine Flugzeuge. Der ohnehin coronabedingt ausgedünnte Flugbetrieb solle bis Donnerstag, 6.00 Uhr, eingestellt bleiben, teilte der Flughafen am Dienstag mit. Betroffen waren die Passagiere von 18 Maschinen, die am Dienstag starten oder landen sollten. Flüge fielen aus oder sollten verschoben werden. Ankommende Flugzeuge wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet.

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer appellierte an die Bürger im Norden und in der Mitte Deutschlands, mindestens bis Mittwoch auf Reisen zu verzichten. "Bei solchen extremen Bedingungen können selbst die beste Weichenheizung und das beste Räumfahrzeug an ihre Grenzen geraten", sagte in Medien.

Quelle: Agenturen