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Holiday On Ice kehrt mit fliegenden Skatern zurück

04. Dez. 2022 · Lesedauer 4 min

Seit Bestehen der Wiener Stadthalle gehört Holiday On Ice zum jährlichen Fixpunkt im Programm. Nur die Pandemie machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Im Jänner kehrt die Eis-Revue mit dem Programm "Supernova" zurück. Bei der Show gehen Akteure buchstäblich in die Luft: "Wir mussten fliegen lernen", erzählte Eric Radford, heuer noch bei den Olympischen Winterspielen und jetzt im Team von Holiday On Ice bei der Generalprobe in Lint bei Antwerpen der APA.

Neben 26 Eistänzerinnen und -tänzern gehört ein Luftartistenpaar zum Ensemble. Letztere vollführen Kunststücke in schwindelerregender Höhe über dem Eis ohne Netz. Bei anderen Showteilen heben Skater während ihrer Darbietung ab. "Das Fliegen ist atemberaubend und sehr emotionell", sagte Ex-Wettkämpfer und Model Wesley Campbell, der auch als Schlittschuh-Stuntdouble für Will Ferrell tätig war. "Die Sache ist körperlich extrem herausfordernd. So etwas gab es bei Holiday On Ice noch nie zu sehen."

"Die Show bietet viele Überraschungsmomente, die Darbietungen sind auf einem sehr hohen Level", betonte die Innsbruckerin Celina Profanter, seit 2019 im Team. "Das sind zum Beispiel schwierige Dreifachsprünge dabei." Untermalt wird alles mit Licht- und Pyroeffekten. Wie bei der Probe in Kostümen zu sehen war, vereint "Supernova" stilvoll Eiskunstlauf mit Artistik. Mal wird grazil über das Eis getanzt, mal wirbeln Körper nur wenige Zentimeter mit dem Kopf über dem Eis durch die Gegend. Campell: "Erwartet das Unerwartete!"

Tourmager David Sinclair bezeichnete die Nummer "Precision" als den "Showstopper schlechthin". Das sei der schwierigste Part, weil das gesamte Ensemble das gleiche Kostüm und die gleiche Maske trägt. "Die Akteure können ihre Partner also nicht am Aussehen erkennen, weil ja alle gleich angezogen sind. Bei der aufwendigen Choreografie ist daher, wie der Name des Showteils aussagt, extreme Präzision angesagt", schilderte der Schotte mit rot-weiß-roten Wurzeln, dessen Großvater aus Österreich die erste schottische Skischule gegründet hat.

Radford und seine Eistanzpartnerin Vanessa James haben ihre Sportlerkarrieren heuer beendet. Nun gehören sie zu den Stars bei Holiday On Ice. Der Wechsel sei mit Anforderungen verbunden gewesen: "Die Eisfläche ist viel kleiner als beim Wettkampf", erklärte die Amerikanerin James. "Außerdem gilt es viel mehr Choreografie zu lernen", ergänzte der Kanadier Radford. "Dann muss man auch noch sehr schnell die Kostüme wechseln." Manchmal haben sie dafür drei Minuten, manchmal nur 60 Sekunden Zeit. Beide strichen die Musik als "wichtiges Element des Programms" hervor.

Das Design der "Supernova"-Manege stammt von der Firma Stufish. Die Entertainment Architekten entwerfen seit Jahrzehnten die Bühnen der Rolling Stones und anderer Größen. "Die Videowall ist experimentell und erzeugt dreidimensionale Bilder. Damit schaut der Hintergrund sehr realistisch aus", strich Uwe Kurts, technischer Stage-Manager, hervor. Nicht nur die Anforderung an die Akteure ist gestiegen, auch der technische Aufwand.

"Diesmal kommen wir mit ein bisschen mehr Gepäck nach Wien - mit sieben Trucks statt wie zuletzt mit fünf", so Kurts. "Wir haben Podiums dabei, die sich zum Catwalk auf 13 Meter ausfahren lassen. Dann bringen wir noch unseren Zoo mit - übergroße Tiere aus Weidenholz, die Sternzeichen darstellen und von Artisten beim Eislaufen getragen werden. Und wir lassen es auch schneien. Es gibt zwei 'Schneekanonen' von der Seite und sechs von oben. Allerdings handelt es sich nicht um echten Schnee. Im Prinzip rieselt da Badeschaum", lachte der Deutsche.

Die Choreografie haben der Amerikaner Mark A. Naylor und der Brite Robin Cousins gestaltet. Letzterer ist auch Regisseur bei "Supernova": "Ich gehöre seit mehr als 40 Jahren zur Holiday On Ice Familie, zuerst war ich der Star am Eis, dann bin ich ins kreative Team gewechselt", erzählte er. "Daher denke ich immer noch wie ein Akteur, aber zugleich auch wie ein Zuschauer - das kommt mir bei der Ausarbeitung der Show zugute."

Er folge stets einem Mantra, verriet Cousins: "Gib den Zuschauern, was sie wollen, aber nicht so, wie sie es sich erwarten." Seinen Akteuren wiederum sage er: "Vergesst den Wettkampf, hier geht es um die Geschichte."

(S E R V I C E - Nach der Wien-Premiere von "Supernova" am 18. Jänner ist die Eisrevue weiter bis 29. Jänner in der Stadthalle zu sehen, fallweise mehrmals täglich; www.stadthalle.com. Vom 13. bis 15. Jänner gastiert Holiday On Ice in der Innsbrucker Olympiahalle)

Quelle: Agenturen