Historiker Ortner: Abschaffung der Monarchie unwahrscheinlich

09. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

König Charles III. möchte selbst einen Abdruck in der Geschichte hinterlassen, erklärt der Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums Michael Ortner.

Der Tod von Elizabeth II. beschäftigt die ganze Welt. Mit ihrem Ableben wurde ihr Sohn Charles automatisch zum König ernannt. Im Gegensatz zu seiner sehr jung gekrönten Mutter, erbt Charles diese Rolle in fortgeschrittenen Alter. Trotzdem möchte er laut Christian Ortner, dem Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums, eigene Akzente setzen.

Ähnlich wie bei Königin Victoria

Ortner erklärt im PULS 24 Gespräch, dass die Ausganssituation zwischen Charles und seiner Mutter eine historische Parallele zu der ehemaligen Königin Victoria und ihrem Sohn Edward aufweise. Auch Victoria sei über 60 Jahre am Thron gewesen, ihr Sohn Edward nur neun. Edward sei heute fast in Vergessenheit geraten. Charles werde demnach versuchen zumindest in kleinem Rahmen Veränderungen anzustoßen.

Kleine Kampfansage an die Familie

Einige Vorhaben wurden von König Charles III. bereits angekündigt. Beispielsweise wolle er die "Working Members", also jene Familienmitglieder mit Repräsentationspflichten, verringern. Diese Personen wären bisher vom Königshaus für ihre Tätigkeiten bezahlt worden, so Ortner. Das sei eine "kleine Kampfansage" an seine erweiterte Familie.

Ob er versuchen werde bei den Beliebtheitswerten in die Schuhe seiner Mutter zu treten, sei aber fraglich. Charles führte nicht das "untadelige Leben" von Elizabeth, die nach außen immer eine "integre Persönlichkeit" war. Spannend sei aber, ob er sich an das Dogma halten werde, nicht in aktuelle politische Diskussionen einzugreifen, so Ortner.

Abschaffung der Monarchie unwahrscheinlich

Große Veränderungen werde es aber nicht geben. Weder die Abschaffung des Commonwealth noch der Monarchie stünden derzeit ernsthaft zur Debatte, erklärt Ortner. Die meisten Commonwealth-Staaten hätten in den letzten Jahren erklärt, dass sie König Charles anerkennen würden.

Im Mutterland Großbritannien werde die Krone ohnehin geschätzt. "Charles weiß, dass er nicht allzu große Schwierigkeiten machen soll", erklärt Ortner. Sein Nachfolger William und dessen Frau Kate seien ähnlich beliebt wie die Queen. Kate werde "genauso beobachtet wie Elizabeth", ihre "stoische Ruhe verleiht ihr Autorität", resümiert er.

Der Historiker Robert Seydel über das Prozedere in den kommenden Tagen.

Quelle: Redaktion / mbe