APA - Austria Presse Agentur

Heftiger Wirbelsturm "Yaas" trifft Indien

26. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Ein heftiger Zyklon hat die indische Ostküste getroffen. Sturm "Yaas" kam am Mittwochmorgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten zwischen 130 und 140 Stundenkilometern an Land, wie der indische meteorologische Dienst mitteilte. Der Zyklon brachte viel Regen und bis zu vier Meter hohe Wellen.

Tausende Dörfer seien überflutet und Hunderte Bäume entwurzelt worden, berichteten Behördenmitarbeiter der zwei betroffenen Bundesstaaten. Im Bundesstaat Westbengalen seien zehn Millionen Menschen betroffen und drei gestorben, sagte die zuständige Regierungschefin Mamata Banerjee.

Die Größe des Schadens könne erst später festgestellt werden, so der Chef des Katastrophenschutzes des anderen betroffenen Bundesstaates Odisha. Dort sei mindestens ein Mensch gestorben. Flughäfen in der Region seien geschlossen worden und mindestens 40 Fernverkehrszüge ausgefallen. Knapp zwei Millionen Menschen waren zuvor laut Behörden in Notunterkünfte gebracht worden. Im Bundesstaat Orisha werden zurzeit aber etliche Unterkünfte als Corona-Behandlungszentren verwendet - das Abstandhalten ist in den verbleibenden also schwieriger. Am Mittwochabend schwächte sich der Sturm nach Angaben des meteorologischen Dienstes etwas ab.

Erst kürzlich hatte ein anderer schwerer Wirbelsturm die Westküste Indiens getroffen. Mehr als 150 Menschen starben - viele auf einem sinkenden Schiff einer Ölfirma. Die jetzt betroffene Region hat viel Erfahrung mit starken Wirbelstürmen, die im Golf von Bengalen zwischen April und November immer wieder vorkommen. Bei einem großen Zyklon im Jahr 1999 starben knapp 10.000 Menschen, 15 Millionen verloren ihr Zuhause.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Tropenstürme und Sturmfluten in den vergangenen Jahren wegen des Klimawandels zugenommen hat. Trotzdem waren die Opferzahlen geringer als in früheren Zeiten, da es inzwischen bessere Wettervorhersagen gibt, Indien Notunterkünfte gebaut und Evakuierungspläne sowie Warnsysteme entworfen hat. Die Sachschäden bleiben aber groß.

Quelle: Agenturen