APA - Austria Presse Agentur

Hagel-Unwetter: Häuser in Oberösterreich zerstört - 1.600 Feuerwehrleute im Einsatz

27. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Ein kurzes, aber äußerst heftiges Unwetter ist Montagabend über Oberösterreich gezogen. Die Feuerwehren rückten zu 560 Einätzen aus, 1.600 Helfer räumten umgestürzte Bäume von Straßen oder pumpten Keller aus. Einige Leute mussten auch aus ihren Fahrzeugen befreit werden.

Die erste Gewitterzelle traf ab etwa 20.30 Uhr das östliche Mühlviertel, die zweite eine knappe Stunde später das gesamte Bundesland, besonders stark betroffen war der Bezirk Braunau, wo Feuerwehrkräfte aus anderen Bezirken aushelfen mussten. Zahlreiche Bäume blockierten Straßen, teils auch höherrangige Verkehrswege, Keller und Garagen wurden überflutet. In St. Georgen am Fillmannsbach (Bezirk Braunau), Ried im Innkreis und Andorf (Bezirk Schärding) waren mehrere Personen in ihren Fahrzeugen eingeschlossen, sie wurden von der Feuerwehr gerettet.

120 Häuser in Rossach beschädigt

Besonders betroffen war nach Feuerwehrangaben der historische Ortskern der Wachau-Gemeinde Rossatz am rechten Ufer der Donau. Fünf bis sechs Zentimeter große Hagelkörner haben den Einsatzkräften zufolge an die 120 Dächer beschädigt. Ein Großeinsatz der Helfer dauerte bis in die Nachtstunden. Bewohner berichteten von tennisball- bis faustgroßen Hagelkörnern, die minutenlang einschlugen.

Faustgroße Hagelkörner

Wohnräume unter zerstörten Dächern standen mehrere Zentimeter hoch unter Wasser. Neben den örtlichen Feuerwehren aus Rossatz, Mitterarnsdorf, Oberarnsdorf und Rührsdorf waren 120 Helfer aus den Abschnitten Gföhl, Krems-Land und Langenlois sowie seitens der FF Krems, FF St. Pölten und des Landesfeuerwehrkommandos im Einsatz.

Dietmar Lehner, Offizier vom Dienst beim Landesfeuerwehrverband Oberösterreich, spricht mit PULS 24 über das heftige Unwetter.

B 33 gesperrt

Mit zwei Drehleitern aus Krems und Hubsteigern aus Langenlois und St. Pölten verschafften sich die Feuerwehrleute zunächst einen Überblick über die Schäden und deckten dann mit Unterstützung von Dachdeckern und Zimmerleuten die Dächer provisorisch ab. Planen und Holz dafür wurden mit einem Lkw-Zug aus dem Katastrophenschutzlager in Tulln in die Wachau gebracht. Die B 33 wurde gesperrt.

Um Mitternacht waren dem Bezirkskommando zufolge nach wie vor 25 Feuerwehren mit mehr als 150 Mitgliedern im Einsatz. Ein freiwilliger Helfer wurde am Fuß verletzt und vom Roten Kreuz ins Krankenhaus Krems gebracht.

Weitere Unwettereinsätze im Bezirk Krems gab es am Montagabend in Bergern, Kammern, Langenlois, Schönberg am Kamp, Straß im Straßertale und Zöbing. Dort mussten vor allem umgestürzte Bäume entfernt und Keller ausgepumpt werden. Im Bereich Schenkenbrunn kam es nach Feuerwehrangaben zu einem Stromausfall.

Meteorologe Manuel Kelemen: "Bis Freitag bleibt die Unwettergefahr hoch"

Unwetter-Sperre: Bahnstrecke München-Salzburg wieder frei

Die Bahnstrecke München-Salzburg ist laut Deutscher Bahn wieder befahrbar. Die Strecke war zwischen Rosenheim und Salzburg gesperrt worden, weil Bäume aus der Oberleitung entfernt werden mussten. Weil nur ein Gleis zur Verfügung stehe, könne es aber weiterhin zu Verzögerungen kommen, hieß es.

Auch in Südbayern hatten am Montagabend Gewitter mit starken Regenfällen erneut für Überschwemmungen gesorgt.

Quelle: Agenturen