APA - Austria Presse Agentur

"Grüner Pass": So öffnen andere Länder

22. Apr 2021 · Lesedauer 5 min

Mit Mitte Mai sollen österreichweite Öffnungsschritte umgesetzt werden. Der "Grüne Pass" soll im Mai mehr Normalität ermöglichen. Als Vorbild dient der Pass für Geimpfte in Israel. Dieser ermöglicht unter anderem den Besuch eines Fitnessstudios oder eines Theaters. Welche Länder noch ihre Corona-Maßnahmen gelockert haben zeigt dieser Überblick.

Der "Grüne Pass" soll Österreich wieder ein Stück Freiheit bringen. Das verspricht zumindest Bundeskanzler Sebastian Kurz. Damit soll auch ein Urlaub im Ausland wieder möglich werden. Der Pass soll drei Kategorien besitzen: Geimpft, Genesen und Getestet und soll auch auf EU Ebene umgesetzt werden. Mittels QR-Code sollen dann Eintritte in Gastronomie und andere Freizeitmöglichkeiten ermöglicht werden.

"Grüner Pass" soll Ende Mai starten

"Klar und Einfach" soll es laut dem Staatssekretär Magnus Brunner mit dem Pass in Zukunft sein. Nähere Details zum Pass werden in den nächsten Tagen beschlossen. Er soll eine Perspektive schaffen, um einen "Sommer wie damals" zu ermöglichen, sagt Brunner in einer Pressekonferenz.

Brunner verkündet am Donnerstag, dass der "Grüne Pass" Ende Mai  starten wird. Die EU-weite Lösung soll im Juni folgen. Ursprünglich war der Start für April vorgesehen. Weil aber der Bundesrat die Umsetzung blockiert, wurde dieser allerdings verschoben.

Vorbild Israel

Wie die Freiheiten durch den "Grünen Pass" aussehen könnten, zeigt Israel. Hier ist ein ähnliches Konzept schon im Umlauf. Aber auch andere Länder haben bereits ohne "Grünen Pass" Öffnungsschritte vollzogen. Ihre Erfolge lassen sich entweder auf einen rasche Durchimpfung der Bevölkerung zurückführen oder auf eine Verbesserung des Anstiegs der Corona-Neuinfektionen.

Unklarheit bei Öffnungsplänen und Grünem Pass

PULS 24 Reporterin Marie Salzmann spricht über die Öffnungspläne und den Grünen Pass

"Grüner Pass" oder Schutzmaßnahmen in Israel

In Israel findet man aufgrund der raschen Durchimpfung der Bevölkerung wieder zurück zur Normalität. Im Vergleich zu anderen Ländern ist in Israel der Impffortschritt sehr weit fortgeschritten. Mit der Einführung des sogenannten "Grünen Pass" erhielten Geimpfte wieder einige Annehmlichkeiten zurück. So dürfen mehr als 3,2 Millionen Israelis unter anderem wieder in Fitnessstudios trainieren, ins Theater gehen oder in Hotels übernachten.

Mittlerweile können auch Nicht-Geimpfte diese Lockerungen genießen. Allerdings müssen sich diese an die üblichen Schutzmaßnahmen, wie Abstandhalten und Maskenpflicht halten. Zuletzt fiel auch die generelle Maskenpflicht im Freien. Damit muss nur noch in Innenräumen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Hälfte der Amerikaner geimpft

200 Millionen Corona-Impfungen in 100 Tagen – so lautet das Ziel, das US-Präsident Joe Biden nach seinem Amtseintritt umsetzen wollte. Nun erreicht Biden dieses Ziel. Mit Stand Mittwoch (21.04.2021) wurden rund 199 Millionen Impfdosen in den Staaten verabreicht. Mittlerweile hat bereits mehr als die Hälfte der Erwachsenen Amerikanern zumindest die erste Teilimpfung erhalten.

Dieser Impffortschritt ermöglicht in einigen Bundesstatten bereits erste Lockerungen. In New York beispielsweise hat Anfang April der Vergnügungspark Coney Island wieder seine Tore geöffnet. Nach 18 Monaten Corona-Pause können Besucher nun wieder Achterbahn fahren oder bei Imbissen essen. Dabei gilt nach wie vor Maskenpflicht und Mindestabstand.

Öffnung mit Vorsicht in Großbritannien

Ein Bier in einem Gastgarten trinken – das ist in Großbritannien seit Mitte April wieder möglich. Möglich machen dies niedrige Infektionszahlen und eine hohe Impfquote. Neben den Außenbereichen von Pubs sind unter anderem auch Friseursalons und Fitnessstudios wieder geöffnet. Auch Konzerte mit 5.000 Zuschauern sollen ab Mai wieder möglich sein und das ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln. Einzige Vorrausetzung für die Teilnahme ist ein negativer Corona-Test. Bei aller Euphorie mahnt Premierminister Boris Johnson allerdings weiterhin zur Vorsicht.

Großbritannien: So verlief der erste Tag mit offenen Pubs

Alina Nahler, UK-Korrespondentin, berichtet im PULS 24 Interview vom ersten Tag nach Inkrafttreten der Lockerungen in Großbritannien.

Dänemark: Lockerungen unter strengen Auflagen

Knapp 19 Prozent der Dänen ("Our World in Data"/Stand: 19.04.2021) haben bereits ihre erste Corona-Impfung erhalten. Damit liegt Dänemark knapp hinter Österreich. Dennoch wurden auch in Dänemark größere Öffnungsschritte umgesetzt. Restaurants, Museen und Shoppingcenter sind wieder für die Bevölkerung geöffnet. Wenn auch unter strengen Auflagen. Auch Fußballspiele finden hier wieder mit Publikum statt. Zugelassen sind 500 Zuschauer pro Stadionabschnitt.

Vom Sorgenkind zum Vorreiter

Gut von der Pandemie erholt haben sich auch die Sorgenkinder der EU: Spanien und Portugal. Beide Länder sind laut Zahlen von "Our Wold in Data" beinahe gleich auf mit Österreich bei der Durchimpfung der Bevölkerung. Dennoch sind bereits unter anderem Lokale und Fitnesscenter wieder geöffnet. In Portugal sind auch die Universitäten wieder für Studenten zugänglich. Nach zwei Monaten im harten Lockdown werden demnächst auch öffentliche Veranstaltungen im Freien wieder erlaubt sein. In Spanien fanden die ersten Konzerte bereits statt.

Was diese Länder richtig gemacht haben

In vielen Länder werden die Corona-Maßnahmen bereits gelockert. Unterschiede zu Österreichen liegen oftmals bei der Durchimpfung der Bevölkerung.

Österreichs Nachbarn ziehen vor

Auch bei unseren Nachbarländern gibt es unterschiedliche Strategien. Während Deutschland, trotz einer niedrigeren Sieben-Tages-Inzidenz als Österreich, die Notbremse zieht und die Maßnahmen verschärft, haben andere Länder ihre Maßnahmen gelockert. In der Schweiz können bereits Speisen und Getränke in den Gastgärten konsumiert werden. Erlaubt sind dabei nicht mehr als vier Gäste pro Tisch. Für maximal 50 Besucher sind auch Kino- und Theatervorstellungen wieder erlaubt. Ebenfalls finden schon erste Open-Air-Konzerte und Sportereignisse wieder statt. Ähnlich wie in Portugal, können Studenten in der Schweiz nun wieder zur Uni gehen. Auch das private Sporteln ist mit bis zu 15 Personen wieder möglich.

In Slowenien und der Slowakei haben sich ebenfalls die Corona-Zahlen verbessert. Daher sind in der Slowakei wieder körpernahe Dienstleistungen erlaubt und der Handel wurde geöffnet. In Slowenien dürfen sich wieder bis zu zehn Personen treffen. Neben Kindergärten und Schulen, sind auch der Handel, körpernahe Dienstleistungen und Museen wieder geöffnet. Ab kommenden Samstag folgen in Slowenien dann auch die Gastronomie und die Hochschulen.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea