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Große Katastrophenschutzübung von Tirol und Salzburg

Heute, 13:20 · Lesedauer 3 min

Extremwetter samt massivem Schneefall, Hubschrauberabsturz, Lawinenabgang - wenn sich Katastrophen ereignen und noch dazu zusammenkommen, braucht es perfekt eingespielte Einsatzorganisationen und Retter. All dies wurde am Freitag bei der groß angelegten Katastrophenschutzübung "OLEX.26" der Bundesländer Tirol und Salzburg mit insgesamt 230 Beteiligten am Truppenübungsplatz im Tiroler Hochfilzen, direkt an der Grenze der beiden Bundesländer, geübt.

Insgesamt trugen sogar 300 Personen - 100 Mitarbeiter der Behörden und 200 Kräfte von Bundesheer, Alpinpolizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bergrettung - zum letztendlichen Gelingen der Übung bei. Neben den Helfern an Ort und Stelle waren "die Restlichen" in den Landeseinsatzzentralen der beiden Bundesländer "postiert."

Ausgangspunkt der Übung - die Einsatzstäbe waren bereits seit Mittwoch auf "Stand-by" - war ein fiktives Extremwetterszenario mit massiven Schneefällen, zu meistern waren mitunter großflächige Stromausfälle, gesperrte Verkehrswege, abgeschnittene Gemeinden, gestrandete Gäste und akute Lawinengefahr. Angelehnt war die Übung an den massiven Schneefall, vor allem in Tirol, im Winter 2019. "Online-Lagebesprechungen" wurden durchgeführt und die weiteren Schritte koordiniert.

Die "Realübung" in Hochfilzen setzte dann bei einer fiktiven Evakuierung im Zuge von Wetterbesserung nach Tagen des Niederschlags ein. Dabei kam dann erschwerend ein Zusammenstoß zweier Hubschrauber mit folgenden Abstürzen - einmal in "befahrenem Gebiet" und einmal am Berg - samt Lawinenabgang hinzu, wie Salzburgs Militärkommandant Peter Schinnerl bei einem Pressegespräch mit Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, seiner Salzburger Amtskollegin Karoline Edtstadler und Innenminister Gerhard Karner (alle ÖVP) erläuterte.

Was in der anschließenden "Realübung" im Gebiet des Truppenübungsplatzes folgte, waren spektakuläre Bilder: ein simulierter Hubschrauberabsturz samt Vollbrand, mehrere teils schwer verletzte Personen sowie ebenjener Lawinenabgang. Das brennende Wrack wurde gelöscht, andere Trupps suchten nach Verletzten und Lawinenverschütteten, bargen sie aus steilem Gelände und bereiteten den Abtransport per Luft und Boden vor. Soviel zur Fiktion, die aber schnell zur Realität werden kann. Für die Übung wurde ein echtes Hubschrauberwrack im Gelände des Truppenübungsplatzes positioniert und zu realitätsnahen Übungszwecken in Brand gesteckt.

Österreich als Vorreiter

Karner, Mattle und Edtstadler sahen Österreich und seine Bundesländer unisono in Sachen Katastrophenschutz bestens gerüstet und quasi eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen - vor allem was das Zusammenspiel von Behörden bzw. Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen betrifft. Auf europäischer Ebene blicke man dahingehend mit "Neid" auf Österreich, meinte der Innenminister gar. Mattle führte als Beispiel für die herausragende Stellung Österreichs und Tirols an, dass das Bundesland soeben den Zuschlag für die EU-weite Katastrophenschutzübung im kommenden Jahr erhalten habe. Es sei wichtig, solche Übungen "in Friedenszeiten" durchzuführen und auf neuere Phänomene wie "Starkniederschläge innerhalb kürzester Zeit" zu reagieren.

Amtskollegin Edtstadler hatte indes auch ein Lob für Mattle selbst parat und erinnerte an dessen Agieren als Bürgermeister bei der Lawinenkatastrophe in Galtür 1999. Mit der "OLEX.26" hätten die Helferinnen und Helfer der Tiroler und Salzburger Einsatzorganisationen jedenfalls "einen Maßstab gesetzt". Hochfilzen sei zudem als Ort perfekt dafür geeignet. Sie fühle sich hier wie zuhause - schließlich gehöre die lokale Pfarre zur Erzdiözese Salzburg und der Bundesheer-Truppenübungsplatz zum Militärkommando Salzburg, fügte die Landeshauptfrau augenzwinkernd hinzu.

Zusammenfassung
  • Bei der Katastrophenschutzübung "OLEX.26" von Tirol und Salzburg waren am Freitag am Truppenübungsplatz Hochfilzen insgesamt 300 Personen, darunter 100 Behördenmitarbeiter und 200 Einsatzkräfte, beteiligt.
  • Das Übungsszenario umfasste Extremwetter mit massivem Schneefall, Stromausfällen, gesperrten Verkehrswegen, abgeschnittenen Gemeinden und akuter Lawinengefahr sowie einen simulierten Zusammenstoß zweier Hubschrauber mit Abstürzen und Lawinenabgang.
  • Österreichs Behörden und Einsatzkräfte gelten laut Innenminister Karner, Landeshauptmann Mattle und Landeshauptfrau Edtstadler als europaweit führend im Katastrophenschutz, Tirol erhielt den Zuschlag für eine EU-weite Übung im kommenden Jahr.