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Griechischer Grenzschutz erschießt Afghanen

13. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Der griechische Grenzschutz hat nach türkischen Angaben einen afghanischen Staatsbürger erschossen. Der Mann sei beim unerlaubten Versuch, die Grenze zu überqueren, durch griechische Beamte tödlich verletzt worden, teilte die türkische Polizei in Meric bei Edirne am Montag mit.

Der türkischen Nachrichtenagentur DHA zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen von acht Menschen, die von der Türkei nach Griechenland gelangen wollten.

Untersuchung eingeleitet - Griechenland sieht "Falschmeldung"

Der Vorfall ereignete sich demnach im grenznahen Dorf Alibey. "Sicherheitskräfte auf der griechischen Seite eröffneten das Feuer auf eine Gruppe afghanischer Flüchtlinge, die die Grenze unerlaubt überqueren wollten", berichtete DHA. "Ein Mensch wurde schwer verletzt und starb später im Krankenhaus." Demnach wurde eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Der griechische Minister für Katastrophenschutz, Takis Theodorikakos, beschuldigte die Türkei, "Falschmeldungen" zu verbreiten.

Auch Pushbacks dementiert 

Griechenland wies am Montag zudem einen UNO-Bericht zurück, demzufolge griechische Grenzbeamte in den vergangenen zwei Jahren unerlaubt tausende Schutzsuchende bei sogenannten Pushbacks über die Grenze zurückgedrängt hätten. Der Bericht basiere nicht auf Recherchen vor Ort sondern enthalte lediglich "ältere Daten des UNHCR, ausländische Medienberichte und Empfehlungen von Nichtregierungsorganisationen", erklärte das griechische Migrationsministerium. Der UNO-Sonderbeauftragte für die Menschenrechte von Migranten, Felipe González Morales, hatte in dem Bericht erklärt, dass "in Griechenland Pushbacks an Land- und Seegrenzen de facto zur Regel geworden sind".

Griechenland bestreitet illegale Pushbacks durch seine Grenzwachen, die ihm von Menschenrechtsgruppen und Asylbewerbern seit langem vorgeworfen werden. Auch die EU-Grenzschutzagentur Frontex wird von Menschenrechtsgruppen beschuldigt, am rechtswidrigen Umgang mit Migranten beteiligt zu sein.

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj