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"Greenwashing": Klimaschützer platzen in Leitl-Rede

01. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Unternehmer Norbert Mayr gewann vor einem Jahr den Energy Globe Wien Award. Bei der diesjährigen Verleihung gab er ihn zurück - und unterbrach eine Ansprache des ehemaligen Wirtschaftskammer-Präsidenten Christoph Leitl.

Klimaschützer:innen haben am Mittwoch erneut ein Event der Wirtschaftskammer unterbrochen. Vergangenes Jahr gewann der Unternehmer Norbert Mayr den Energy Globe Wien Award für sein CO2-neutrales Wohnquartier MGG22. Diesen hat er bei der Eröffnung der heurigen Energy-Globe-Award-Verleihung zurückgegeben, wie die Gruppe Extinction Rebellion in einer Aussendung schreibt. 

Bereits vergangenen Montag hatten Umweltschützer:innen gegen ein anderes Event der Wirtschaftskammer protestiert, dem sie "Greenwashing" vorwerfen. Sie nannten die WKO dabei den "größten Klimablockierer des Landes". 

"Greenwashing": Klima-Protest vor der WKO

Bei der Aktion am Mittwoch trafen die Aktivist:innen direkt auf den ehemaligen Wirtschaftskammer-Präsidenten Christoph Leitl. "Please, young people, do not protest!", erklärte dieser während des Events in einer Rede und bat die jungen Menschen, mit den Protesten aufzuhören. Stattdessen sollen die Menschen "zusammenhelfen" und "anpacken". "Yes, we can! And yes we do", rief er enthusiastisch. 

Mayr fühlt sich "von Wirtschaftskammer benutzt"

Wenig begeistert von diesem Vorschlag zeigen sich die Klimaschützer:innen von Extinction Rebellion und Unternehmer Mayr. Sie erklommen die Bühne, und Mayr erklärt, warum er den Preis zurückgebe. "Ich fühle mich benutzt von der Wirtschaftskammer", sagt er. Die Wirtschaftskammer würde "greenwashen" und verhindern, dass es zu "nachhaltigen, radikalen, notwendigen Maßnahmen" komme, um die Klimakrise zu bekämpfen.

Leitl antwortet mit einem "I am respecting your opinion, but I am not sharing it" ("ich respektiere Ihre Meinung, aber ich teile sie nicht").

"Ablenkung"

In der Pressemitteilung von Extinction Rebellion erklärt Mayr seine Position genauer: "Wir leben in Zeiten einer akuten, sich stetig verschärfenden Klimakrise, Österreich hat seine CO2-Emissionen seit 1990 nicht gesenkt und verstößt gegen das Pariser Übereinkommen von 2015. Es braucht jetzt tiefgreifende Veränderung statt Weiter-Wie-Bisher. Events wie die heutige Preisverleihung sollen nur davon ablenken, dass die WKO dringend nötige Maßnahmen zu blockieren versucht." Deshalb gebe er "den Preis, den ich letztes Jahr erhalten habe, heute zurück. Von einer Organisation, die sich Klimaschutz auf die Fahnen schreibt, aber gleichzeitig noch immer für Öl und Gas lobbyiert, kann ich keinen Preis akzeptieren."

Magdalena BergerQuelle: Redaktion / mbe