Glückskleeproduzenten kommen vor allem aus dem dem Ausland

30. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Silvester ist auch Glücksklee-Zeit. Der Markt rund um um den vierblättrigen Sauerklee ist hierzulande fest in den Händen von großen ausländischen Produzenten, etwa aus Dänemark oder Holland. Der damit verursachte Preiskampf sei auch der Hauptgrund, weshalb es in Österreich nur "eine Handvoll" Glückskleeproduzenten gibt, hieß es vom Blumenbüro Österreich zur APA. Der einzige heimische Bio-Glückskleeproduzent ist übrigens die Tiroler Gärtnerei Seidemann.

Für heimische Unternehmen sei es in diesem zeitlich beschränkten Nischenmarkt insgesamt schwierig "den Preis zu halten", zumal, unter anderem flächenbedingt, Glücksklees in Österreich "nicht in Unmengen produziert werden können", erklärte Nada Bakajlic vom Blumenbüro Österreich im APA-Gespräch. Eine wichtige Rolle bei diesem Themenkomplex spielten auch Supermarktketten und Großhändler: "Diese kaufen meist billig im Ausland und bestimmen zudem auch die Preisgestaltung für österreichische Hersteller".

Deshalb und aufgrund der aktuell sehr hohen Energiekosten zahle es sich für österreichische Glückskleeproduzenten nicht wirklich aus, zu produzieren und am umkämpften Markt mitzumischen. Stattdessen würde man zum Teil auf "Innovationen" setzen, etwa indem man Glücksklee in höherer Qualität oder auch auf Bio-Basis produziere.

Letzteres mache derzeit hierzulande nur die Bio-Gärtnerei Seidemann. Der Geschäftsführer der in der Innsbrucker Umlandgemeinde Völs angesiedelten Gärtnerei, Erwin Seidemann, sah diesen Bio-Fokus im APA-Gespräch als Chance und Herausforderung zugleich. "Im Gegensatz zum sonstigen Glückskleemarkt ist dieses Segment nämlich nicht umkämpft", strich er heraus. Diese Entscheidung habe aber zugleich auch zur Folge gehabt, dass man seit heuer nicht mehr an Großhändler liefere: "Wir verkaufen unsere Produkte ausschließlich vor Ort".

Auch für Seidemann liegt eines der Grundprobleme bei den Supermarktketten: "Der große Markt ist im Grunde völlig dorthin abgewandert." Diese Ketten kämen auch der Bequemlichkeit der Kunden sehr entgegen: "Man kauft im Supermarkt beispielsweise sonstige Glücksbringer und nimmt dann auch einfach noch den Glücksklee mit". Bei Kunden fehle zudem zum Teil auch schlicht das Bewusstsein, denn viele wüssten nicht, ob sie Bio-Glücksklee oder konventionellen Glücksklee in den Händen hielten, so Seidemann.

Alles in allem habe man in diesem Jahr rund 4.000 Stück produziert. "Unsere Bio-Glücksklees werden nicht chemisch behandelt und haben auch mehr Platz als konventionelle Glücksklees", betonte der Geschäftsführer. Die Bio-Qualiät habe auch einen weiteren Vorteil: "Unsere Glücksklees landen auch am Teller in der Gastronomie." Dort sei es natürlich ein wesentlicher Vorteil, wenn der Klee unbehandelt sei.

Der angebotene Glücksklee, ein Zuchtklee, hat übrigens wenig mit dem bekannten Klee auf den Wiesen gemein. Er hat von Natur aus vier Blätter, was bei den heimischen Kleesorten sonst nur als Mutation vorkommt. Das sonst sehr seltene, vierblättrige Exemplar in den Händen zu halten, soll jedenfalls Glück bringen. Vor allem zu Silvester.

Quelle: Agenturen