APA - Austria Presse Agentur

Gibt es Langzeitfolgen von Corona-Impfungen?

16. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Aus Angst vor möglichen Spätfolgen zögern manche Menschen, sich mit einem der zur Verfügung stehenden Vakzine gegen Corona impfen zu lassen. PULS 24 macht den Faktencheck.

In der allgemeinen Debatte werden Impfschäden oft mit Impfreaktionen verwechselt. Wie auch bei der Grippeimpfung beispielsweise kann bei der Corona-Impfung eine Reaktion auftreten. Dabei handelt es sich meist um Kopfweh, Fieber oder Müdigkeit. Das tritt bei vielen Impfungen auf und ist ein Zeichen für die gewünschte Immunreaktion des Körpers auf eine Impfung.

Maria Paulke-Korinek, Leiterin Impfwesen, Gesundheitsministerium, spricht über mögliche Impfschäden in Folge der Corona-Impfung.

Komplikationen wie eine Herzmuskelentzündung oder eine Thrombose treten äußert selten auf. Die Allgemeinmedizinerin Naghme Kamaleyan-Schmied sagt etwa, dass sie in ihrer Ordination bisher keinen Impfschaden gehabt hat.

Wie wirksam sind die Corona-Impfstoffe?

Die Wirksamkeit der Impfung liegt laut Studien bei folgenden Werten:

  • "Corminaty" von BionTech/Pfizer: etwa 95 Prozent
  • "Spikevax" von Moderna: etwa 95 Prozent
  • "Vaxzevria" von AstraZeneca: bis zu 80 Prozent
  • "Janssen" von Johnson & Johnson: etwa 65 Prozent

Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, an Sars-CoV-2 zu erkranken, bei den mit BioNTech/Pfizer sowie Moderna geimpften Personen um 95 Prozent geringer ist als bei den nicht geimpften Personen. Die Schutzwirkung bei AstraZeneca ist etwas geringer. Es wird deswegen die Kombination des Vektorimpfstoffs mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die Impfstoffe Biontech/Pfizer und Moderna sowie der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca zudem eine hohe Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen eine schwere Coronavirus-Erkrankung.

Aktuelle Studien deuten jedoch darauf hin, dass für den Janssen-Impfstoff - im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen - eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante besteht. Eine schwere Erkrankung kann eine einzelne Dosis dieses Impfstoffs nur zu 70 Prozent verhindern. Die Schutzwirkung aller Impfstoffe nimmt mit der Zeit ab.

Die große PULS 4 Spezialsendung zur Corona-Impfung.

Wie funktionieren die verschiedenen Impfstoffe?

Es gibt drei verschiedene Impfstoffe. Die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie Moderna. Die Vektorimpfstoffe von AstraZenexa und Johnson & Johson als auch Totimpfstoffe, die in der EU aber bisher nicht zugelassen sind.

Wie funktioniert der mRNA-Impfstoff?

Beim mRNA-Impfstoff wird dem Körper ein Bauplan des sogenannten Spikeproteins, das ein Teil des Coronavirus ist, verabreicht. Dadurch werden die menschlichen Zellen dazu angeregt, die Erregerbestandteile selbst zu produzieren. In Folge werden Antikörper und Abwehrzellen gegen das Spikeprotein des Virus gebildet. Die in den Impfstoffen enthaltene mRNA wird nach der Impfung nicht ins menschliche Erbgut eingebaut, sondern nach einigen Tagen im Körper abgebaut.

Wie funktioniert der Vektorimpfstoff?

Die Vektorimpfstoffe verabreichen ebenfalls ein Spikeprotein. Als "Transportmittel" wird allerdings ein Vektor- und kein mRNA-Impfstoff verwendet. Dieser regt die Zelle dazu an, das Spikeprotein selbst herzustellen, um Antikörper zu bilden.

Wie funktioniert ein Totimpfstoff?

Totimpfstoffe sind der Allgemeinheit aufgrund der Aussage von Tennis-Star Dominic Thiem, sich mit einem Totimpfstoff impfen lassen zu wollen, bekannt. Dabei wird das inaktivierte Virus dem Körper verabreicht.

In Europa werden Totimpfstoffe laut Maria Paulke-Korinek vom Gesundheitsministerium frühestens Ende des Jahres zugelassen werden. Außerdem muss im Vorfeld beachtet werden, ob der jeweilige Totimpfstoff auch gegen die in Österreich vorherrschende Delta-Variante wirksam ist.

Quelle: Redaktion / apb