Gewitter kam nicht: Ungarns Wetterdienst-Chefs entlassen

22. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Am Montag wurden die beiden Chefs des ungarischen Wetteramts am Montag hochkant hinausgeworfen. Grund dafür soll zu schönes Wetter am 20. August sein.

Die Leiterin des ungarischen Wetteramtes (OMSZ) und ihr Stellvertreter sind seit Montag arbeitslos. Der Minister für Technologie und Industrie, Laszlo Palkovics, hat sie mit sofortiger Wirkung entlassen. Gründe für den Hinauswurf gab der Minister nicht an.

Am 15. August feiert Ungarn seinen Nationalfeiertag. Traditionell gibt es am Wochenende darauf ein großes Feuerwerk in Budapest. Heuer wurde es wegen einer Gewitterwarnung abgesagt. Oppositionsmedien sehen einen Zusammenhang mit dem Rauswurf. 

"Falsche" Info verhinderte Feuerwerk?

Der Wetterdienst hatte vorhergesagt, dass es am Samstagabend mit 75- bis 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit in Budapest ein heftiges Gewitter geben werde. Deswegen sagte Zoltan Kovacs, Staatssekretär für internationale Kommunikation und zugleich Leiter des für den Feiertag zuständigen operativen Stabs, das Feuerwerk ab. Jedoch blieb das Gewitter aus. Daraufhin warfen Medien, die der rechtspopulistischen Regierung nahestehen, dem Wetterdienst vor, das Feuerwerk durch "falsche" Informationen verhindert zu haben und Kornelia Radics und ihr Stellvertreter Gyula Horvath verloren ihre Arbeit.

Fünf Tote bei Unwetter 2006

Unwetter führten vor 16 Jahren bei dem Feuerwerk in Budapest zu einem schweren Unglück: Fünf Menschen starben und mehr als 300 wurden verletzt, als während des pyrotechnischen Spektakels am 20. August 2006 ein Gewitter ausbrach und unter den eineinhalb Millionen Zuschauern Panik ausbrach. Deswegen entscheidet seitdem die Regierung aufgrund der Wettervorhersagen darüber, ob das Feuerwerk stattfindet.

Anders als bisher hatte sich Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban diesmal am Nationalfeiertag in keiner Weise gezeigt. Er nahm an keiner der Feiern teil, verlieh keine Staatsorden und postete auch nichts dazu in den sozialen Medien. Medien spekulierten, der Regierungschef sei im Urlaub in Kroatien. Am 20. August feiern die Ungarn den Tag des ersten Staatsgründers, König Stephan (um 975-1038), der auch das Land christianisiert hat. Stephan wurde von der Katholischen Kirche heiliggesprochen

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam