Karner: Warum die Ukraine nur langsam in Cherson einrückt

10. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Russen ziehen sich aus Cherson zurück, die Ukrainer rücken aber nur vorsichtig vor, obwohl die Eroberung des Gebiets strategisch und moralisch extrem wichtig ist. Militärexperte Gerald Karner erklärt, wieso.

Die Russen ziehen sich aus Cherson zurück. Aktuell würden die Ukrainer laut Militärexperte Gerald Karners Informationen rund 15 Kilometer vom Stadtzentrum Chersons stehen. Die Eroberung sei extrem wichtig für die Moral der Ukraine.

Ukraine kontrolliert Wasser der Krim

Zusätzlich eröffnet es den Ukrainern den Zugang zur Krim und sichert ihnen die Kontrolle über die Wasserversorgung der Halbinsel, gleichzeitig werden die Russen von Odessa abgeschnitten.

Laut russischen Angaben ist der Grund für den Rückzug, dass es nicht mehr möglich sei, die Truppen am Westufer des Dnjepr zu versorgen. Auch dürften sie laut Militärexperte Karner bereits seit Wochen unter schwerem Beschuss stehen.

Russen ziehen sich aus Cherson zurück

Keine Falle

Interessant sei, dass die Ukrainer, in dieser Situation vorsichtig vorrücken. Es scheine, als könnten sich die Russen geregelt zurückziehen und würden das auch tun. Das langsame Vorrücken der Ukrainer lasse laut Karner darauf schließen, dass ein russisches Kontingent noch vor Ort ist, um den Rückzug zu decken.

"Ich glaube aber nicht, dass es eine Falle ist", meint Karner, denn die Überwachung der Gegend durch die Ukraine sei sehr engmaschig. Sie wüssten sehr genau, wozu die Russen fähig sind.

Leben der eigenen Soldaten Russen nichts wert

Die Russen argumentieren den Rückzug auch mit der Gesundheit ihrer Soldaten. Das glaubt Karner keinesfalls. Das Leben und Wohlbefinden ihrer Soldaten sei der russischen Führung bisher noch nie viel wert gewesen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam