Karner: Volksbefragung in Luhansk "verdient den Namen nicht"

20. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Das Referendum in der ukrainischen Region Luhansk, dass die Russen planen, verdiene laut Militärexperte Gerald Karner diesen Namen nicht. Die Region würde von den Ukrainern gerade befreit. Selbst auf der Krim würden sich die inzwischen sehr nervösen Russen nicht mehr sicher fühlen.

Die Ukraine erzielt in Luhansk Erfolge, erklärt Militärexperte Gerald Karner im PULS 24 Interview. Im Moment seien schwere Kämpfe im Gange. Auch Russland habe seine Kräfte in diesem Raum verstärkt, "ob die allerdings ausreichen werden, um die ukrainischen Streitkräfte zu stoppen, steht in den Sternen". Die bisherigen Erfahrungen würden zeigen, dass dem nicht so sei, "dass die russischen Streitkräfte nicht sehr lange standhalten können". 

Referendum "illusorisch"

Das von Russland angesetzte Referendum in Luhansk hält der Militärexperte für "illusorisch". Der Zweck sei klar: Würde das sicherlich manipulierte Referendum für den Beitritt zur russischen Föderation ausfallen, könnte die russische Führung behaupten, "dass das russisches Territorium ist, dass unter ukrainischem Angriff stünde".

Aber Donezk sei nicht vollständig in russischer Hand und "Luhansk wird derzeit ja gerade graduell befreit von der russischen Besetzung". Eine jetzt durchgeführte Volksbefragung würde den Namen nicht verdienen. Die Nervosität auf der russischen Seite "ist offensichtlich groß". 

Russen fühlen sich auf der Krim nicht mehr sicher

Russland verlege auch gerade alle Seestreitkräfte der Schwarzmeerflotte, "um sie der größer werdenden Reichweite der ukrainischen Antischiffslenkwaffen zu entziehen". Diese Vorsichtsmaßnahme zeige, dass sich die Russen auch auf der Krim nicht mehr sicher fühlen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam