Karner: Für Russland ist Nuklearwaffen-Einsatz ein "Werkzeug"

26. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Laut Militärexperte Gerald Karner habe der Westen eingesehen, dass Russland nicht stoppen werde, weshalb jetzt schwere Waffen in die Ukraine geschickt werden und sich die Staaten besser koordinieren. Der Westen müsse sich im Klaren sein, dass Nuklearwaffen-Einsatz der Russen kein Ding der Unmöglichkeit sei.

Mit der Zusicherung des Westens, schwere Waffen zu liefern, sei laut Militärexperte Gerald Karner eine neue Qualität erreicht worden. Bei der Konferenz am Dienstag im deutschen Rammstein sei eine Kontaktgruppe gegründet worden, die nun die Waffenlieferungen der "willigen Staaten" koordiniert. In dieser Gruppe sitzt auch die Ukraine, damit geschehe nun ein unmittelbarer Austausch und das Vorgehen werde rascher und reibungsloser.    

Westen hat eingesehen, dass Russland nicht stoppen wird

"Ich denke, dass der Westen eingesehen hat, dass Russland, sollte die Ukraine frühzeitig kapitulieren, nicht nur nicht stoppen wird (…) sondern ganz im Gegenteil, sich ermutigt und ermuntert fühlt, diese Aggressionen fortzusetzen", erklärt der Militärexperte. Er sieht eine Bedrohung des de facto von russischen Kräften besetzten Transnistriens, des Baltikums und anderen osteuropäischer Staaten, die bei der NATO sind.

"Wird Russland jetzt in der Ukraine nicht klargemacht, dass es einen Preis für eine derartige Aggression zahlen muss, den es nicht gewillt ist zu zahlen, dann würden diese Aggressionen mit großer Wahrscheinlichkeit fortgesetzt werden."

Nuklearwaffen-Einsatz "ein Werkzeug"

Der russische Außenminister Lawrow warnte, dass es zu einem nuklearen Krieg kommen könnte. "Das muss nicht heißen, dass man wirklich dazu entschlossen ist", meint Karner. Man müsse sich im Westen aber im Klaren sein, dass für uns der Einsatz von Massenvernichtungswaffen "ein Ding der Unmöglichkeit" sei. Für Russland sei der Einsatz von taktischen Nuklearwaffen "ein Tool, ein Werkzeug", dass dann erforderlich werden kann, wenn Russland droht, den Krieg zu verlieren. "Auszuschließen ist das auf der taktischen Ebene keinesfalls", Karner selbst glaube aber nicht daran.  

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam