APA/Pioneer/Hi-Bred

Gentechnikfreie Lebensmittel in Österreich sehr beliebt

24. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

25 Jahre nach dem erfolgreichen Gentechnik-Volksbegehren erfreuen sich gentechnikfreie Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte größter Beliebtheit bei Österreichs Konsumentinnen und Konsumenten. Die Produktion ohne Gentechnik ist eines der wichtigsten Kaufmotive bei Lebensmitteln: Bei einer Umfrage von marketagent.com im Auftrag der "ARGE Gentechnik-frei" gaben gleich 83,1 Prozent der Befragten an, dass Gentechnik-Freiheit ein wichtiger Aspekt beim Einkauf ist.

71,4 Prozent der Befragten waren bereit, für gentechnikfreie Lebensmittel mehr zu bezahlen. Besonders wichtig war den Konsumenten die gentechnikfreie Produktion bei Frischfleisch (62,1 Prozent), Milch und Milchprodukten (56,8 Prozent), Obst und Gemüse (55,2 Prozent), Eiern (54,2 Prozent), Wurstwaren (50,5 Prozent), Fisch und Meeresfrüchten (45,7 Prozent) sowie bei Brot und Backwaren (44,6 Prozent). In diesen Segmenten sind auch die meisten gekennzeichneten Produkte am Markt.

In Österreich sind der "ARGE Gentechnik-frei" zufolge 100 Prozent aller konventionellen Eier (seit Sept. 2010), Milchprodukte (seit Juni 2010) und Geflügelfleisch (seit März 2012) ohne Gentechnik hergestellt. Der gentechnikfreie Sektor erzielt Jahresumsätze von knapp vier Mrd. Euro. "25 Jahre 'Ohne Gentechnik' in Österreich sind ein wichtiger Anlass, um die enormen Anstrengungen und Erfolge zu würdigen, die die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion in Österreich umgesetzt haben, um heimische Lebensmittel zum europaweiten Vorreiter bei hochwertiger, gentechnik-freier Produktion zu positionieren", erklärte Florian Faber, Geschäftsführer der "ARGE Gentechnik-frei".

Mehr denn je seien allerdings gemeinsame Bemühungen gefragt, um den erfolgreichen Markt der Gentechnik-freien Produktion abzusichern: "Im Augenblick stehen wir vor großen Herausforderungen: Die schwierige Situation am Lebensmittelmarkt angesichts des tragischen Ukrainekriegs und der enormen Preiserhöhungen in manchen Segmenten werden von einigen europäischen Playern, speziell in Deutschland, als Vorwand eingesetzt, um den Erfolg der gentechnikfreien Produktion zu dämmen. Auch die EU-Kommission stellt mit ihrem Versuch, die Marktzulassungen für Produkte aus den Verfahren der Neuen Gentechnik (Crispr/CAS, Talen, ODM etc.) weitgehend zu deregulieren, die Gentechnik-freie Lebensmittelwirtschaft vor große Herausforderungen. Hier ist es wichtig, dass Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft entschlossen und gemeinsam gegensteuern", so Faber.

Für die Umfrage wurden 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren online befragt. Der Zeitraum war von 22. bis 29. April.

Quelle: Agenturen