APA - Austria Presse Agentur

Gedenken an Opfer zwei Jahre nach Brückeneinsturz in Genua

14. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Bei einer Gedenkveranstaltung in Anwesenheit des italienischen Premiers Giuseppe Conte hat die Stadt Genua am Freitag der 43 Opfer des Einsturzes der Morandi-Brücke vor zwei Jahren gedacht. Zahlreiche Fahrzeuge und ihre Insassen waren am 14. August 2018 in die Tiefe gestürzt. 600 Menschen wurden obdachlos. Nach einer Messe versammelten sich Tausende Menschen am Freitag am Unglücksort.

Bei einer Gedenkveranstaltung in Anwesenheit des italienischen Premiers Giuseppe Conte hat die Stadt Genua am Freitag der 43 Opfer des Einsturzes der Morandi-Brücke vor zwei Jahren gedacht. Zahlreiche Fahrzeuge und ihre Insassen waren am 14. August 2018 in die Tiefe gestürzt. 600 Menschen wurden obdachlos. Nach einer Messe versammelten sich Tausende Menschen am Freitag am Unglücksort.

Zu Beginn der Zeremonie wurden die Namen und die Herkunft der Toten verlesen. Viele Anwesende hatten Tränen in den Augen. Die Fahnen wurden als Zeichen der Trauer auf halbmast gesetzt. Eine Gedenktafel mit den Namen der Verstorbenen wurde enthüllt. Am Freitagabend ist ein Fackelzug in Erinnerung an die Toten geplant.

Die Überreste der alten Brücke sind mittlerweile abgerissen. Eine neue Brücke, die nach einem Entwurf des Stararchitekten Renzo Piano gebaut worden war, wurde am 3. August eingeweiht. Die neue Brücke "Ponte San Giorgio" wurde in knapp über einem Jahr errichtet. Ingenieure, Fachkräfte und Arbeiter waren rund um die Uhr tätig, um die Brücke trotz der Ausgangssperre wegen der Coronavirus-Pandemie im März und April fertigzustellen. Finanziert wurde das 202 Millionen Euro teure Projekt vom Autobahnbetreiber "Autostrade per l'Italia", dessen ungenügende Wartung Hauptgrund für den Einsturz war.

"Die neue Brücke macht uns Angehörige der Opfer nicht glücklich. Man hätte den Einsturz der Morandi-Brücke verhindern sollen", sagte Egle Possetti, Sprecherin der Opfer der Morandi-Brücke.

"Eine derartige Tragödie darf nie wieder vorkommen. Wir bleiben an der Seite der Familienangehörigen der Opfer, bis die Justizermittlungen zu dieser Katastrophe abgeschlossen und die Verantwortlichen bestraft sind", sagte Premier Conte.

Präsident Sergio Mattarella rief Italien auf, eine neue "Kultur der Sicherheit" zu entwickeln. Der Instandhaltung öffentlicher Infrastrukturen müsse in Italien höchste Priorität eingeräumt werden, schrieb der Staatschef in einem offenen Brief, der von der Tageszeitung "La Stampa" (Freitagsausgabe) veröffentlicht wurde.

Das 40 Meter hohe und fast 1.200 Meter lange Polcevera-Viadukt, das auch Morandi-Brücke genannt wurde, ist am 14. August 2018 auf einem etwa 200 Meter langen Abschnitt eingestürzt. Die Brücke war Teil der Autobahn 10, die als "Autostrada dei Fiori" bekannt ist und eine wichtige Urlaubsverbindungsstraße nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei darstellt. Infolge des Unglücks wurden Hunderte obdachlos. Sie hatten in den Gebäuden gewohnt, die sich unmittelbar unter der Brücke befanden.

Quelle: Agenturen