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Frühere Pollensaison mit stärkerer Belastung

17. März 2022 · Lesedauer 2 min

Aufgrund überdurchschnittlich milder Temperaturen im Jänner und Februar ist mit einer stärkeren Belastung für Pollenallergiker zu rechnen. Bei der richtigen Behandlung soll eine Website sowie eine Pollen-Tagebuch-App Arzt und Patient bei der richtigen Diagnose unterstützen. "Nachdem 2021 eine eher milde Saison war, müssen wir heuer mit einer starken Pflanzenblüte rechnen", sagte Uwe Berger, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes, in einem Mediengespräch am Donnerstag.

Zu den primären Allergieauslösern zählen Pollen von Erle, Hasel, Birke, Gräsern, Korbblütler, Ragweed und Beifuß. Der weit verbreitete Alleebaum folgt einem biologischem Muster - einer schwächeren Saison folgt eine starke.

Über die Website mit der dazugehörigen App des Pollenwarndienstes können Patienten etwa allergiebedingte Belastungen eintragen und den Arzt bei einer schnelleren Diagnose unterstützen. Über die Website (www.pollenallergie.at) lassen sich Informationen zum aktuellen Pollenflug und der damit verbundenen Belastung abrufen.

Die Saison begann im Februar mit Hasel und Erle, gefolgt von Esche und Birke. Die dritte Belastungswelle wird durch blühende Gräser verursacht. Ende Dezember ist mit der Blüte der Purpurerle zu rechnen. Um sich zu vermehren, geben windbestäubende Pflanzen ihre Pollen in die Luft ab. Damit die Bestäubung gesichert ist, produzieren diese Pflanzen eine wesentlich größere Menge Pollen als solche, die von Insekten direkt bestäubt werden.

In Österreich sind etwa eine Million Menschen von diesen Allergieauslösern betroffen. "Durch die Pandemie wurden Therapien verzögert, zu spät oder gar nicht eingeleitet", berichtete Erika Jensen-Jarolim, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI).

Die Diagnose erfolgt durch die Befragung des Patienten, Screening- und Bluttests. Eine Allergie-Therapie umfasst drei Bereiche: Allergie-Auslöser vermeiden, Symptome medikamentös lindern und die Behandlung mit einer allergen-spezifischen Immuntherapie (AIT). Bei dieser AIT oder auch Hyposensibilisierung genannt, wird über einen Zeitraum von rund drei Jahren ein krankmachendes Allergen in regelmäßigen Abständen verabreicht. Ziel des Immunsystems ist es, eine Toleranz gegenüber den Allergenen zu entwickeln und eine allergische Reaktion einzustellen. Es gehe darum "den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben", hieß es bei dem Mediengespräch der MedUni Wien mit der Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung (IGAV).

Eine notwendige Ausbildung seitens der Ärzte im Bereich der Allergologie kann seit Sommer 2021 durch eine Spezialisierung in Form einer 18 Monate dauernden Weiterbildung absolviert werden. Die fächerübergreifende "Spezialisierung in Allergologie" schließt an die Ausbildung zum Facharzt oder zum Allgemeinmediziner an.

Quelle: Agenturen