Rechtliche Prüfung
Nach ORF-Rücktritt: Weißmann bringt Strafanzeige ein
Eine von Weißmann beauftragte Prüfung habe ergeben, dass "der Verdacht strafrechtlich relevanten Verhaltens durch mehrere involvierte Personen besteht", bestätigte sein Anwalt Oliver Scherbaum gegenüber PULS 24.
"Es wurde daher von Herrn Mag. Weißmann die Einbringung einer Strafanzeige in Auftrag gegeben. Die weitere Würdigung und Bewertung soll sodann ausschließlich der zuständigen Ermittlungsbehörde obliegen", so Scherbaum.
Laut Staatsanwaltschaft Wien war am Dienstagvormittag noch keine Anzeige eingegangen.
"Vorwürfe der sexuellen Belästigung"
Weißmann war vergangene Woche "mit sofortiger Wirkung" von seiner Funktion als ORF-Generaldirektor zurückgetreten, nachdem eine ORF-Mitarbeiterin "Vorwürfe der sexuellen Belästigung" erhoben hatte. Weißmann bestreitet diese Vorwürfe.
In einer von seinem Anwalt verbreiteten Aussendung wurde am Freitag betont, dass die Beziehung zu der Frau "in beidseitigem Interesse" gewesen sei. Er habe keinen Überblick über das der ORF-Stiftungsratsspitze vorgelegte Material und sei vom ORF bisher nicht angehört worden.
Weißmann melde sich am Freitag zu Wort, da in der ORF-Stiftungsratssitzung am Donnerstag, im Zuge derer auch Ingrid Thurnher als neue vorläufige ORF-Chefin eingesetzt wurde, den Räten eine einseitige Stellungnahme der betroffenen ORF-Mitarbeiterin vorgelesen worden sei. Auch würden die Rechte von Weißmann seit Tagen "massiv verletzt" werden.
- Mehr lesen: Ingrid Thurnher ist neue vorläufige ORF-Chefin
Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.
Video: Breaking Media: ORF-Chef Weißmann tritt zurück
Zusammenfassung
- Nachdem Roland Weißmann nach Vorwürfen des Fehlverhaltens gegenüber einer Mitarbeiterin von seiner Funktion als ORF-Generaldirektor zurückgetreten ist, bringt er nun selbst eine Strafanzeige ein.
- Sein Anwalt Oliver Scherbaum bestätigte, dass eine von Weißmann beauftragte Prüfung strafrechtlich relevantes Verhalten durch mehrere Personen ergeben habe.
