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Steiermark

Falscher Befund: Frau wurde Teil der Lunge entfernt

Heute, 15:18 · Lesedauer 2 min

In der Steiermark ist am Mittwoch ein Fall aus 2024 bekannt geworden, bei dem es um einen möglichen falschen Befund und Schadenersatz für eine Patientin geht.

Bekanntgemacht hatte dies das Servus TV-Magazin "Blickwechsel" in einer Aussendung. Einer Frau wurde nach der angeblichen Feststellung von Lungenkrebs in einer Untersuchung in einem KAGes-Spital ein Lungenteil in einer Privatklinik entfernt. 

Auf APA-Anfrage hieß es, zu dem Fall gebe es derzeit ein laufendes Verfahren.

Schnelle Operation in Privatklinik durchgeführt

Die 48-jährige Frau hatte sich laut der Mitteilung von Servus TV, das am Donnerstag darüber berichten will, im September 2024 in einem Grazer Spital der Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) untersuchen lassen. 

Ärzte hätten eine Computertomografie (CT) des Brustkorbs angeordnet, diese habe entzündliche, aber keine tumorösen Strukturen gezeigt. Zur weiteren Abklärung wurde eine Gewebeprobe entnommen. 

Das Ergebnis des histologisch pathologischen Befundes soll auf Adenokarzinom, also Lungenkrebs, gelautet haben. Geraten wurde zu einer schnellen Operation, die dann in einer Privatklinik durchgeführt wurde. Nach der OP habe sich dann herausgestellt, dass die Frau nicht an Lungenkrebs litt.

Vorwurf: Falsche Befundung

Die mit dem Fall betraute Anwältin Karin Prutsch-Lang sprach vom Vorwurf einer falschen Befundung. Die Patientin habe dauerhafte Schäden, eine 15 bis 17 Zentimeter lange Narbe, die zu Taubheitsgefühl führe sowie erhebliche Einschränkung ihrer Leistungsfähigkeit. Außerdem habe die Frau schwere Angstzustände. Gefordert wird von der KAGes eine Entschädigung.

In der Stellungnahme der KAGes hieß es am Mittwochnachmittag, dass fachliche Fragen nur auf Sachverständigenebene beantwortet werden könnten. 

"Das Gericht wird den komplexen Sachverhalt klären. Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund des laufenden Verfahrens aktuell seitens der KAGes keine Stellungnahme abgegeben werden kann", wurde mitgeteilt.

Erst vergangene Woche war der Fall einer jungen Frau in Oberösterreich bekannt geworden, der eine gesunde Gebärmutter entfernt worden war, offenbar aufgrund einer kontaminierten Gewebeprobe.

Zusammenfassung
  • Einer 48-jährigen Frau aus der Steiermark wurde 2024 nach einer angeblichen Lungenkrebsdiagnose in einem KAGes-Spital ein Lungenteil entfernt, obwohl sich später herausstellte, dass kein Krebs vorlag.
  • Die Patientin leidet seitdem unter dauerhaften Schäden, darunter eine 15 bis 17 Zentimeter lange Narbe, Taubheitsgefühl, eingeschränkter Leistungsfähigkeit und schweren Angstzuständen.
  • Ihre Anwältin fordert Schadenersatz von der KAGes, während das Unternehmen aufgrund des laufenden Verfahrens keine Stellungnahme abgibt.