Fall Leonie: Letzter Verdächtiger in London gefasst

29. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Der Verdächtige wurde von österreichischen Zielfahndern in London aufgespürt.

Im Fall der in Wien getöteten 13-jährigen wurde nun auch der bis zuletzt flüchtige Verdächtige geschnappt. Wie die "Kronen Zeitung" zuerst berichtete und die Wiener Polizei auch PULS 24 bestätigte, wurde er in London in Großbritannien festgenommen. Es handelt sich laut Polizei um einen 22-jährigen Afghanen. Er wurde mittels europäischem Haftbefehl gesucht. Der Afghane soll von österreichischen Zielfahndern aufgespürt worden sein. Carmen Kainz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, kündigte ein Auslieferungsverfahren an.

Weitere Details zur Verhaftung des jungen Mannes waren zunächst nicht bekannt. "Die Einvernahmen werden jetzt dann in weiterer Folge die Fluchtroute zeigen", sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) in der "ZiB1" des "ORF". Es sprach von einem "ganz großen Erfolg" der heimischen Zielfahndung in Zusammenarbeit mit der Justiz. 

Drei Verdächtige in U-Haft

Drei weitere Verdächtige befinden sich schon in Österreich in U-Haft. Die 13-jährige Leonie aus Tulln wurde am 26. Juni tot auf einem Grünstreifen in Wien-Donaustadt aufgefunden. Zuletzt ergab ein Gutachten, dass sämtliche Tatverdächtige volljährig sind. Ein vorgeblich 16-Jähriger ist laut Staatsanwaltschaft Wien "mindestens 18, möglicherweise 20 Jahre alt".

Nach den bisherigen Ermittlungen dürfte die 13-Jährige aus dem niederösterreichischen Bezirk Tulln am 25. Juni den jetzt gefassten 22-Jährigen und einen weiteren jungen Mann am Wiener Donaukanal getroffen haben, wo ihr die beiden Ecstasy verabreicht haben sollen. Dann seien die beiden Afghanen gemeinsam mit dem Mädchen und einem weiteren Landsmann (18) in dessen Wohnung in den Bezirk Donaustadt gefahren, wohin auch der vierte Verdächtige - ein 23-Jähriger - gekommen sein soll. Dort wurden dem Mädchen weitere Drogen verabreicht. Mindestens zwei der vier Männer sollen sie vergewaltigt haben.

Leiche auf Grünstreifen gefunden

Als die 13-Jährige das Bewusstsein verlor, wurden die Männer nervös. Den Berichten zufolge soll das Herz des Mädchens zu schlagen aufgehört haben. Die Verdächtigen hätten ihr daraufhin Milch und Joghurt eingeflößt und sie unter eine Dusche gehalten. Doch der junge Teenager zeigte keine Lebenszeichen mehr. Sie hätten das Mädchen daraufhin in einen Teppich gewickelt und auf einem Grünstreifen an einen Baum gelehnt. Um 26. Juni um 6.59 Uhr war bei der Rettung ein Notruf eingegangen. Zeugen hatten das Opfer entdeckt und mit der Reanimation begonnen.

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Quelle: Redaktion / koa