APA - Austria Presse Agentur

EU-Streit mit AstraZeneca für beendet erklärt

24. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Streit mit dem Corona-Impfstoffhersteller AstraZeneca um Lieferverzögerungen für beendet erklärt. "Die Impfstoffhersteller sind in dieser Pandemie unsere Partner, und auch sie standen noch nie vor solch einer Herausforderung", sagte von der Leyen in einem Zeitungsinterview. AstraZeneca betonte am Mittwoch gegenüber der APA, dass die Dosen-Lieferprognose für das zweite Quartal auf Einhaltung des Vertrags abziele.

Am Donnerstag wird sich ein weiterer Video-Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU mit dem Kampf gegen die Corona-Pandemie befassen. Von der Leyen sagte gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwochsausgabe) mit Blick auf das zweite Quartal voraus, dass sich die Corona-Lage wegen der steigenden Zahl der Impfstoff-Lieferungen "spürbar bessern" werde.

Die EU-Kommissionschefin verteidigte erneut das Vorgehen, die Impfstoffe nicht durch die einzelnen Länder, sondern auf der Ebene der EU gemeinsam für alle Mitgliedstaaten zu bestellen. "Dank des europäischen Ansatzes haben wir heute ein breites Angebot an Impfstoffen, die wir auch gegen die Mutationen nutzen können", betonte sie. Die EU habe auf die Vakzine von sechs Herstellern gesetzt, drei davon seien inzwischen zugelassen und zwei weitere befänden sich kurz vor der Zulassung. "Unsere Strategie ist aufgegangen. Wir haben auf die richtigen Pferde gesetzt", sagte von der Leyen.

"AstraZeneca bestätigt heute, dass die jüngste Q2-Prognose für die Lieferung des Covid-19 Impfstoffs auf die Einhaltung des Vertrags mit der Europäischen Kommission abzielt", versicherte ein Sprecher am Mittwoch in einer Mitteilung gegenüber der APA. "Gemäß diesem Vertrag soll etwa die Hälfte des erwarteten Volumens aus der EU-Lieferkette stammen, während der Rest aus dem internationalen Liefernetzwerk kommen würde. Zum jetzigen Zeitpunkt arbeitet AstraZeneca daran, die Produktivität in seiner EU-Lieferkette zu erhöhen und weiterhin seine globalen Kapazitäten zu nutzen, um die Lieferung von 180 Millionen Dosen an die EU im zweiten Quartal zu gewährleisten."

Vor einigen Wochen hatte es noch Streit zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca um das Tempo der Impfstoff-Lieferungen gegeben. Das Unternehmen hatte damals bekanntgegeben, wegen Problemen in einem Werk in der EU zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen. Die EU kritisierte daraufhin, dass AstraZeneca Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder offenbar weiterhin mit ungekürzten Mengen beliefere. Später sagte das Unternehmen dann aber zu, dass es der EU doch mehr Dosen liefern werde.

Quelle: Agenturen