Erster Transport von Antimaterie geglückt
"Heute beginnt eine neue Epoche für Präzisionsmessungen", sagte Ulmer. Die Champagnerkorken sollten erst knallen, wenn im Laufe des Tages nachgezählt ist, ob tatsächlich sämtliche 92 Antiprotonen am Ende noch in der eigens gebauten transportablen sogenannten Penning-Falle waren.
Der Transport auf dem CERN-Gelände war der Beweis, dass der von Ulmer, Christian Smorra und ihrem Team konzipierte Container funktioniert. In einigen Jahren sollen Antiprotonen nun in Labore etwa in Düsseldorf, Hannover oder Heidelberg transportiert werden, um dort noch präzisere Messungen vorzunehmen als am CERN möglich.
Fernziel ist, vielleicht eines der größten Rätsel der Teilchenphysik zu lösen: Warum gibt es einen riesigen Materieüberschuss im Universum? Beim Urknall dürfte gleich viel Materie und Antimaterie entstanden sein. Bisher ist es in der Physik nicht gelungen zu erklären, warum die Antimaterie fast vollständig verschwunden ist.
Zusammenfassung
- Am CERN in Genf wurde am Dienstag erstmals weltweit Antimaterie – konkret 92 Antiprotonen – erfolgreich auf einem Lkw transportiert.
- Das Team um den deutschen Physiker Stefan Ulmer überwachte den Transport auf dem CERN-Gelände und bestätigte kurz nach halb zehn Uhr: "Es hat alles geklappt, die Antiprotonen sind noch da."
- Mit dem neuen Container sollen künftig Antiprotonen auch in andere Labore gebracht werden, um das Rätsel des Materieüberschusses im Universum zu erforschen.
