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Erster europäischer Start: Vega-C-Rakete verflog sich nach zwei Minuten

21. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Der erste kommerzielle Start der neuen europäischen Trägerrakete Vega C ins All ist schief gelaufen.

Die Rakete kam etwa zweieinhalb Minuten nach ihrem Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana von ihrem Kurs ab, wie wie Stéphane Israël, der Chef des Raketenbetreibers Arianespace in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Es habe ein Problem beim Triebwerk gegeben, teilte das Unternehmen mit. Arianespace stufte die Mission als gescheitert ein.

Es ist nicht das erste Problem, das es bei einer europäischen Trägerrakete gibt. Datenanalysen sollen nun Rückschluss auf die genauen Gründe dafür geben. 

Billiger und besser? 

Erst im Juli absolvierte die neue Vega C ihren Erstflug. Sie ist eine Weiterentwicklung der Vega-Rakete, die seit 2012 leichte Satelliten ins All bringt. Laut Europäischer Raumfahrtagentur Esa ist die neue Rakete um einiges besser: Sie kann etwa 800 Kilogramm mehr Last transportieren, ist flexibler und billiger. Gemeinsam mit der größeren Trägerrakete Ariane 6, die im kommenden Jahr mit etwa drei Jahren Verspätung erstmals in den Weltraum starten soll, soll die Vega C die europäische Raumfahrt wettbewerbsfähiger machen. Ursprünglich hatte die Ariane 6 bereits 2020 abheben sollen, doch der Start wurde mehrfach verschoben, unter anderem wegen der Corona-Pandemie.

Vega C soll neue Ära einläuten

Sollte der nun fehlgeschlagene Start auf ein grundlegendes Problem bei der neuen Rakete zurückzuführen sein, wäre das für die Esa ein erheblicher Rückschlag. Esa-Chef Josef Aschbacher hatte die Vega C bei ihrem Erstflug als "extrem wichtig" für Satelliten bis circa 2,4 Tonnen bezeichnet. Der Start der Rakete, die Lasten auf Umlaufbahnen in unterschiedlichen Höhen bringen kann, habe eine neue Ära in dieser Raketenkategorie eingeläutet. Die Esa reagierte auf eine Anfrage zum fehlgelaufenen Start zunächst nicht.

Für Vega-C-Raketen sind bis einschließlich 2025 gut ein Dutzend Starts geplant. Das Vega-C-Raketenprogramm liegt in der Hand der Esa. Hauptauftragnehmer ist das italienische Unternehmen Avio. Arianespace kümmert sich um die kommerzielle Seite der Starts.

Die vom Kurs abgekommene Rakete hatte zwei Erdbeobachtungssatelliten an Bord. Die Flugkörper Pléiades Neo 5 und 6 von Airbus sollten eine Konstellation der Erdbeobachtungssatelliten im All ergänzen. 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam