APA - Austria Presse Agentur

Erst durchschnittlich 500 Corona-Viren machen krank

13. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Forscher haben herausgefunden, dass erst die relativ hohe Zahl von 500 Coronaviren die Krankheit auslösen.

Durchschnittlich 500 Coronavieren hat ein Covid-19-Erkrankter abbekommen. Das fand der Forscher Andreas Bergthaler zusammen mit Kollegen vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) in Wien nun heraus. Vermutlich sind deshalb einfache Maßnahmen wie Maskentragen und Abstandhalten so erfolgreich darin, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen: Sie verringern die Zahl der Viren, denen man ausgesetzt ist, sagte Bergthaler bei einem Vortrag.

Untersuchung von Erbgut

Um herauszufinden, wie viele Viren bei einer Infektion von Mensch zu Mensch übertragen werden, hat Bergthaler mit Kollegen das Erbgut der Viren bei Überträgern (Infektoren) und den von ihnen angesteckten Personen (Infizierten) untersucht. Diese Pärchen wurden mittels Nachverfolgung der Kontaktpersonen (Contact Tracing) ermittelt.

So berechneten die Forscher, dass im Durchschnitt gut 500 Viren pro Infektion übertragen wurden. Auf der ganzen Welt gab es bisher noch keine Daten dazu, wie viele Viren nötig sind, um eine Covid-19 Erkrankung auszulösen, so Bergthaler. Im Vergleich zu anderen Viruserkrankungen wäre diese Zahl recht hoch.

"Bei HIV geht man davon aus, dass ein einzelnes Virus reicht, um eine Neuinfektion zu starten", sagte er. Bei Influenza A (das ist der einzige Grippevirentyp, der sich weltweit ausbreiten kann) gibt es unterschiedliche Zahlen in wissenschaftlichen Studien. Manche Forscher sprechen von einem einzelnen Grippevirus, manche von zehn bis hundert Viren, die eine Infektion auslösen können.

Corona-Erkrankung eine "reine Zahlengeschichte"?

Ob und wie stark jemand an Covid-19 erkrankt, könnte laut diesem Forschungsergebnis eine "reine Zahlengeschichte" sein, meint der Wiener Wissenschafter. Wenn man wenige Viren abbekommt, wäre der Krankheitsverlauf demnach schwächer, oder man wird vielleicht gar nicht krank.

Es würde auch den Nutzen von einfachen physischen Maßnahmen wie Mund-Nasen-Schutzmasken und dem Abstandhalten erklären, sagte Bergthaler: Selbst wenn sie nicht verhindern, dass man mit SARS-CoV-2 in Kontakt kommt, könnten sie die Zahl der Viren stark reduziert, denen jemand ausgesetzt ist. Damit würden sie die Ausbreitung der Pandemie und die Infektionswellen massiv abschwächen.

Die Studie wurde im Rahmen eines Online-Vortrags des zur der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gehörenden CeMM des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF), der auch die Studie finanziert hat, präsentiert.

Quelle: Agenturen