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Entscheidende Verhandlungen auf der UNO-Artenschutzkonferenz

16. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Verhandlungen der UN-Artenschutzkonferenz in Kanada gehen auf die Zielgerade, denn am Montag endet das Treffen. Ein Großteil der Teilnehmerstaaten in Montreal sind nun auf Ministerebene vertreten, aus Österreich reiste Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) an. Noch sind in den Texten für ein mögliches Abkommen viele Punkte als ungeklärt in Klammern gesetzt, Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping rief am Freitag daher zum Konsens auf.

Die Artenvielfalt sei das "Fundament für das Leben auf diesem Planeten", doch es wirke, als würden wir alles tun, "um dieses Fundament zum Wanken zu bringen. Das kann nicht unser gemeinsamer Weg sein", sagte hingegen Gewessler bei ihrer Rede vor dem Plenum der Artenschutzkonferenz. Sie warnte davor, zu warten, bis die Lage aussichtslos werde. Österreich sei und bleibe "starker Unterstützer bei der Umsetzung eines gemeinsamen Regelwerks zum Schutz der Artenvielfalt."

Ein solches Regelwerk erhoffen sich Organisatoren, Wissenschafter und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen in Form eines globalen Abkommen für den Artenschutz - ähnlich dem Pariser Klimaschutz-Abkommen. Eines der Hauptziele ist, mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen. Es gibt jedoch Zweifel, ob ein solches Abkommen gelingt - vor allem wegen Differenzen bei der Finanzierung. Aus Protest verließ eine Gruppe von Entwicklungs- und Schwellenländern, angeführt von Brasilien, die Verhandlungen zeitweise sogar.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sagte in seiner Videorede, dass ein gesundes Ökosystem unverzichtbar für das Wohlergehen der Zivilisation sei: "Wir müssen einen globalen Konsens über den Schutz der Biodiversität aufbauen", und es müsse gemeinsam für den Abschluss eines Abkommens gearbeitet werden. Ziele und Wege für den Schutz der Artenvielfalt müssten identifiziert werden, sagte Chinas Präsident. Die Ambitionen müssten in Taten umgewandelt werden. Auch müssten die Entwicklungsländer beim Aufbau ihrer Fähigkeiten zum Artenschutz unterstützt werden.

Die Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) warnte in einer Aussendung auch vor dem Scheitern der sogenannten CBD COP15, der bisherige Verlauf wurde als enttäuschend bezeichnet. "In wesentlichen Bereichen droht sogar ein Rückschritt hinter die Ziele, die bereits vor zwölf Jahren beschlossen und seither nicht erreicht wurden", kritisiert Karim Ben Romdhane, WWF-Artenschutz-Experte und Mitglied der österreichischen Delegation in Montreal. So würden beim Abbau umweltschädlicher Subventionen einige Staaten die bisherige Vereinbarungen in Frage stellen, hieß es in einer Aussendung der NGO am Freitag.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte zum Start zu einem "Friedensschluss mit der Natur" aufgerufen. Ursprünglich hätte der 15. Weltnaturgipfel 2020 in China stattfinden sollen. Er wurde dann aber wegen der Corona-Pandemie verschoben und aufgeteilt. Ein erster Verhandlungsteil fand im Oktober hauptsächlich online im chinesischen Kunming statt, nun gefolgt von dem Treffen in Montreal.

Quelle: Agenturen