Klimaschutz-Protest: Reverend Tim Hewes näht sich den Mund zu
zVg / Joao Daniel Pereira

Englischer Pfarrer näht sich aus Protest den Mund zu

04. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Weil aus seiner Sicht Mainstream-Medien dem Klimawandel in der Berichterstattung zu wenig Raum beimessen, hat sich ein pensionierter Vikar in England den Mund zugenäht und protestierte vor dem Büro von News UK in London.

Der 71-jährige Tim Hewes, pensionierter Zahnarzt, anglikanischer Pfarrer aus der englischen Grafschaft Oxfordshire und Aktivist der Klimaschutz-Gruppe "Extinction Rebellion" nähte sich am Montag vor dem Hauptquartier der News Corp. in London aus Protest den Mund zu. 

"Ich habe meine Lippen zusammengenäht, um die schreckliche Verwüstung, die Rupert Murdochs Taten über die Welt gebracht haben, zu demonstrieren und sichtbar zu machen", zitiert "oxfordmail.co.uk" den Priester. "Klimawissenschaft und Wahrheit sind verstummt, die Leidenden werden nicht gehört", fügte Hewes an. 

Hinweis: In der folgenden Bildergalerie finden sich explizite Fotos, die auf manche Menschen verstörend wirken können.

"Verleumder" Murdoch

Der 71-Jährige wollte auf die fehlende Berichterstattung zum Klimawandel, vor allem der Mediengruppe im Besitz von Rupert Murdoch, hinweisen, die Maßnahmen gegen den Klimawandel verhindern würde. Hewes stellte ein Video seiner Aktion online, in dem er Murdoch als "Klimawandelleugner, Verleumder und Betrüger" bezeichnete. Im Besitz dessen News Corporation befindet sich in Großbritannien unter anderem das Boulevardblatt "The Sun" aber auch "The Times" und  "The Sunday Times". 

Ebenfalls vor Ort war der 62-jährige Reverend Mark Coleman, der dem Umweltredakteur der "The Times" einen Brief übergab und ihn um ein Gespräch bat. 

Laut der Gruppe "Christian Climate Action", einer Teilorganisation von "Extinction Rebellion", dauerte die Protestaktion, bei der Hews sich vor den Haupteingang des Mediengebäudes legte, zwei Stunden lang. News Corp hätte Besucher und Mitarbeiter während des Protest über einen Seiteneingang ins Haus gebracht. 

Haft nach Protest in Gerichtsgebäude

Es war laut "oxfordmail.co.uk" nicht die erste Protestaktion des Pfarrers. Im März 2021 soll er sich vor dem City of London Magistrates Court, einem Gerichtsgebäude in der Innenstadt der britischen Metropole, an Einrichtungsgegenstände geklebt haben. Dafür wurde er zu zwei Wochen Haft verurteilt. Während der Haftstrafe fastete er aus Solidarität mit durch die Klimakrise vom Hunger bedrohten Menschen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam