Emerging Fields - Neue Förderung für "mutige" Forschung
Bei den neuen Vorhaben, die jeweils zwischen 4,8 und sieben Millionen Euro über fünf Jahre erhalten, stehen Design und Kunst, Krebsforschung, Mathematik, Umweltforschung, Molekularbiologie und Verhaltensforschung im Fokus. Insgesamt erhöht sich damit die Zahl der Emerging Fields, die Teil der Exzellenzinitiative "excellent=austria" sind, auf elf. Ziel sei, kooperative Projekte in der Grundlagenforschung mit hohem Innovationspotenzial umzusetzen, die in ihrem Feld einen Paradigmenwechsel auslösen könnten.
"Die Forschungsprojekte bringen nicht nur neue Fragestellungen hervor, sondern dürfen auch ein besonderes Risiko nehmen", wird Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) zitiert. Besonders erfreulich sei, dass bei der Hälfte der aus 37 Einreichungen nun ausgewählten Konsortien Frauen als Koordinatorinnen fungieren würden. In der ersten Ausschreibungsrunde fand sich kein von einer Wissenschafterin geleiteter Verbund.
Mit den "Emerging Fields" schaffe man "Freiraum für Ideen, die noch niemand zuvor verfolgt hat", so FWF-Präsident Christof Gattringer. Diese stünden oft am Beginn großer wissenschaftlicher Durchbrüche. Exzellente Forschende könnten hier gemeinsam an mehreren Standorten "mutige Ansätze verfolgen". In der neuen Runde arbeiten Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus elf Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten in Innsbruck, Klosterneuburg, Linz und Wien zusammen.
"Dem Plastikstaub auf der Spur" ist eine Gruppe um Markus Holzner von der Universität für Bodenkultur (Boku). Mit 4,8 Millionen Euro ausgestattet wird untersucht, wie viel Plastik brechende Meereswellen in die Atmosphäre freisetzen, wohin es transportiert wird und welche Risiken dadurch für Menschen entstehen. Alice Auersperg von der Veterinärmedizinischen Universität (Vetmed) Wien widmet sich mit Kolleginnen und Kollegen dem Erfindertum im Tierreich und der Übertragung der Erkenntnisse in die Robotik. Im Fokus des mit 5,1 Millionen Euro dotierten Projekts stehen Aneignungs-, Lern- und Entwicklungsverläufe bei Papageien, Rabenvögeln und Menschenaffen.
Von der "Unsterblichkeit der Keimbahn" zu Kunst und Design
Auf 5,1 Millionen Euro kann das Team um Andrea Pauli vom Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) zurückgreifen, um "die Unsterblichkeit der Keimbahn zu verstehen". Konkret soll herausgefunden werden, wie Keimzellen "genetische Parasiten" abwehren, DNA in Spermien verpackt wird und Spermien und Eizellen verschmelzen, um neues Leben zu schaffen. Ein Verbund um Florian Sametinger von der Kunstuniversität Linz nimmt in einem mit 6,2 Millionen Euro geförderten Projekt die Diversität der Fähigkeiten von Personen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten und ihre Bedeutung für die Forschung zu Kunst und Design ins Visier.
Ein Konsortium um Gülsün Elif Karagöz von den Max Perutz Labs, einer gemeinsamen Einrichtung der Uni Wien und der Medizinischen Universität Wien, erforscht die Grundlagen neuer Behandlungsmöglichkeiten bei krebskranken Kindern. Konkret soll im Rahmen des mit sechs Millionen Euro dotierten Projekts ein "Ribosomencode" entschlüsselt werden, den Krebszellen für ihr Wachstum und die Entstehung von Therapieresistenzen nutzen. Sieben Millionen Euro hat die Gruppe um Juan P. Aguilera von der Technischen Universität (TU) Wien zur Verfügung, um die Axiome der Mathematik besser zu verstehen. Angesiedelt zwischen Mathematik, Informatik und Philosophie soll unter anderem der Frage nachgegangen werden, wie diese Grundregeln lauten sollten.
(S E R V I C E - Online-Karte zu den "Emerging Fields"-Projekten: https://excellentaustria.fwf.ac.at/ )
Zusammenfassung
- Sechs neue Forschungsprojekte im Rahmen der 'Emerging Fields' erhalten insgesamt 35 Millionen Euro Förderung, wobei die Fördersummen pro Vorhaben zwischen 4,8 und sieben Millionen Euro über fünf Jahre liegen.
