Ehefrau in Tirol getötet - Todeszeitpunkt weiter offen
Die beiden Leichen waren Sonntagvormittag im Stiegenhaus eines Mehrparteienhauses entdeckt worden, nachdem die Frau erst am Vortag Anzeige wegen Körperverletzung und Morddrohungen gegen ihren Mann erstattet hatte. Gegen den 31-Jährigen wurde ein Betretungs- und Annäherungsverbot verhängt. Der Mann soll ersten Erkenntnissen zufolge dennoch kurz darauf seine Frau mit einem Küchenmesser erstochen und anschließend Suizid verübt haben.
Der 31-Jährige habe sich den Beamten gegenüber "ruhig und kooperativ" verhalten, sagte Rapold gegenüber der APA auf die Frage, ob die Verhängung einer Untersuchungshaft erwägt worden sei. Außerdem habe er die Vorwürfe bestritten. Im Zuge der Amtshandlung sei "keine Fremdgefährdung festgestellt" worden. Man habe die ausgesprochenen Drohungen allerdings sehr wohl ernst genommen, hieß es. Mit der Staatsanwaltschaft sei das Vorgehen nicht abgesprochen worden.
Beamte zu Streit gerufen
Die Beamten waren am Samstagabend "zu einem Streit" in die Wohnung gerufen worden, da der Türke das Opfer mit dem Umbringen bedroht haben soll. Die Österreicherin berichtete schließlich, dass es seit einem Jahr "immer wieder zu Körperverletzungen und Drohungen" gekommen sei. Der Mann dürfte sehr eifersüchtig gewesen sein und das Handy der Frau ständig kontrolliert haben. Bei der Polizei seien die Vorfälle bis dahin jedoch nie gemeldet worden.
Der Mann wurde daraufhin von der Exekutive mitgenommen, nach Aufnahme seiner Daten jedoch wieder freigelassen. Die Beamten verhängten ein Betretungs- und Annäherungsverbot. Die Ermittler gingen davon aus, dass der Mann trotzdem noch in der Nacht zur Wohnung zurückgekehrt und die Tür aufgetreten haben soll. Aufgrund der Situation, wie die Leichen aufgefunden worden waren, dürfte die Österreicherin versucht haben zu flüchten. Die Leichen wurden indes bei einer Kontrolle des Betretungs- und Annäherungsverbots entdeckt.
(S E R V I C E - Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at, sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217, https://www.gewaltschutzzentrum.at/, beim Polizei-Notruf: 133)
Zusammenfassung
- In Innsbruck soll ein 31-jähriger Mann seine 37-jährige Ehefrau mit einem Küchenmesser getötet und anschließend Suizid begangen haben, nachdem sie am Vortag Anzeige wegen Körperverletzung und Morddrohungen erstattet hatte.
- Der Todeszeitpunkt konnte durch die Obduktion nicht genau festgestellt werden, wird aber auf die frühen Morgenstunden des Sonntags geschätzt, während die drei Kinder der Frau bei ihrem leiblichen Vater waren.
- Gegen den Mann war ein Betretungs- und Annäherungsverbot verhängt worden, das er offenbar missachtete, da die Leichen bei einer Kontrolle im Stiegenhaus eines Mehrparteienhauses entdeckt wurden.
