APA - Austria Presse Agentur

Durchimpfung in Schwaz war sehr wirksam, Fluchtmutanten ausgelöscht

27. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Wegen der starken Ausbreitung der südafrikanischen Coronavirus-Mutante B.1.351 (Beta-Variante) wurde der Bezirk Schwaz im Frühjahr durchgeimpft. Eine Studie zeigt, dass die Impfkampagne höchst wirksam war. Die Fluchtmutanten konnten eingedämmt werden.

Wegen eines Ausbruchs der Beta-Variante, die erstmals in Südafrika festgestellt wurde, wurde über den Tiroler Bezirk Schwaz im Frühjahr die Aureisetestpflicht verhängt. Gleichzeitig wurde eine Impfkampagne für alle Bewohner ab 16 Jahren gestartet. Diese hat sich als höchst wirksam erwiesen, wie eine aktuelle Studie nun zeigt.

So habe etwa die Impfquote innerhalb von wenigen Tagen auf mehr als 70 Prozent erhöht werden können, danach nahm das Infektionsgeschehen um 60 Prozent gegenüber den Vergleichsregionen ab, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf eine Vorab-Publikation zu einer wissenschaftlichen Studie.

Fluchtmutationen eingedämmt

An der Studie waren Wissenschafter der Universität Salzburg, der Medizinischen Universität Innsbruck sowie Florian Krammer von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York und Michael Hummer von der Gesundheit Österreich beteiligt. Virologin Janine Kimpel von der Med Uni Innsbruck sprach von einer hohen Wirksamkeit der Massenimpfung - vor allem auch in Bezug auf Fluchtmutionen.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit der schnellen Massenimpfkampagne im Bezirk Schwaz nicht nur generell die Corona-Infektionen eingedämmt werden konnten, sondern auch die Ausbreitung der damals aufgetretenen Fluchtmutationen", so Kimpel. Aufgrund des hohen Infektionsgeschehens hatten sich damals sogar Tiroler Untervarianten der Beta-Mutante gebildet. Diese wurden durch die rasche Durchimpfung komplett eingedämmt.

Hospitalisierungen deutlich reduziert

Ein weiterer positiver Effekt der Impfung sei die deutliche Reduzierung der Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Corona gewesen - vor allem auf den Intensivstationen. Auch die jüngere Altersgruppe habe von der damaligen Durchimpfung profitiert. Im Bezirk Schwaz wurde ab 16 Jahren immunisiert. "In den anderen Landesteilen waren die unter 30-Jährigen ja noch weitgehend ungeimpft", erinnerte die Virologin.

Von der Methodik her hätten die Wissenschafter die Region Schwaz mit anderen "synthetischen" Bezirken in Österreich verglichen, die eine ähnliche Struktur und ein damals vergleichbares Infektionsgeschehen aufwiesen. Zum anderen habe man die Effektivität der Impfung so genannten Kontrollgemeinden an der Bezirksgrenze zu Schwaz gegenübergestellt, deren Bewohner erst in geringem Ausmaß immunisiert waren und die im März lediglich eine geringe Impfquote hatten. Die Unterschiede seien jedenfalls "beträchtlich" gewesen, resümierte Kimpel.

100.000 Impfdosen von der EU für Studie

Die Impfaktion in dem Unterländer Bezirk war Mitte März nach vorherigem heftigem politischen Tauziehen gestartet worden. Die EU hatte insgesamt 100.000 Impfdosen für die Durchimpfung im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie zur Verfügung gestellt. Rund 46.000 der 64.000 infrage kommenden Personen hatten sich im ersten Durchgang impfen lassen. Auch den Zweittermin im April nahmen laut Land beinahe alle Eingeladenen wahr.

Quelle: Agenturen / hos