Dritter "Stich" nur mit Pfizer und Moderna

17. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Risikogruppen sollen nicht später als neun Monate, jüngere Menschen nicht später als 12 Monate nach der zweiten Impfung den dritten "Stich" erhalten.

Die Bundesregierung folgt damit den Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums. Es sollen dabei nur mRNA-IMpfstoffe - also Pfizer und Moderna in Österreich- verimpft werden. 

Als erstes erhalten sollen die "Drittimpfung" Seniorinnen und Senioren ab 65, Risikopatienten sowie all jene, die ursprünglich die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca sowie Johnson & Johnson erhalten haben. Beginnen sollen die Auffrischungsimpfungen - je nach Risiko, Alter und Erstimpfstoff - zwischen sechs und neun Monate nach der Vollimmunisierung. Danach sollen alle Erwachsenen folgen, die bereits mit Pfizer oder Moderna geimpft wurden. Hier soll der "dritte Stich" neun bis zwölf Monate nach der Vollimmunisierung erfolgen. Für die Zwölf- bis 18-Jährigen wird vorerst noch keine Auffrischung empfohlen. Hier ist die Impfung aber ohnehin erst Ende Mai angelaufen.

Drittimpfungen starten wohl im September

Damit könnten die ersten Auffrischungsimpfungen theoretisch ab sofort starten. Das Gesundheitsministerium verweist allerdings darauf, dass auch eine gewisse Vorbereitungszeit für die Bundesländer einkalkuliert werden muss, die die Organisation der Impfungen übernehmen.

Die Zahl der seit zumindest einem halben Jahr vollimmunisierten Seniorinnen und Senioren, die somit bereits Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung haben, liegt bei rund 80.500. Zwar geht das Gesundheitsministerium davon aus, dass der Impfschutz rund neun Monate anhält. Gerade bei Älteren sowie bei Menschen mit Vorerkrankungen sei die Schutzwirkung aber nicht immer in vollem Ausmaß gegeben.

Außerdem hätten erste Daten aus Israel und England gezeigt, dass die Drittimpfung die Zahl der Infektionen und "Impfdurchbrüche" reduzieren könne. Die ersten Auffrischungsimpfungen für die mit AstraZeneca sowie mit Johnson & Johnson geimpften können - gemessen an der Sechs-Monats-Frist - ab September beginnen.

Mückstein appelliert an Bevölkerung

"Die Impfungen werden uns helfen, gut durch den Winter zu kommen. Ebenso wichtig wie die zeitgerechte Verabreichung eines dritten Stichs ist jedoch, dass all jene, die noch nicht geimpft sind, sich einen ersten Stich holen", appellierte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) an die Bevölkerung. Auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rief alle Ungeimpften zur Impfung auf und verwies auf gute Erfahrungen in Israel mit dem "dritten Stich".

Der Mikrobiologe Michael Wagner im PULS 24 Interview zur dritten Corona-Impfung.

Mehr Einsatz für höhere Impfrate gefordert

SPÖ und NEOS forderten von der Regierung am Dienstag allerdings mehr Einsatz für eine höhere Impfrate. Dazu zählt SP-Chefin Pamela Rendi-Wagner neben Anreizen wie der Vergabe von Konzertkarten und einer Impflotterie eine bessere Datenlage, damit auch bekannt wird, wie viele Corona-Erkrankte in den Spitälern geimpft sind und wie viele nicht: "Die Daten müssen auf den Tisch, denn Transparenz schafft Vertrauen."

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker fordern darüber hinaus, dass Ungeimpfte künftig für "Eintrittstests" bezahlen müssen: "Wie kommen die Geimpften dazu, den Impfverweigerern auf Dauer ihre Eintrittstests zu zahlen?" Zudem brauche es niederschwellige Impfangebote "an jeder Ecke".

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb