APA - Austria Presse Agentur

Deutlicher Rückgang bei Verkehrstoten wegen Corona

30. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Der Lockdown während der Coronakrise hat zu einem massiven Rückgang beim Verkehrsgeschehen geführt, ebenso das teils schlechte Wetter ab Mitte Mai - was sich nun auch bei den Unfalltoten widerspiegelt. So starben von Jahresbeginn bis 29. Juni 146 Menschen im Straßenverkehr. Das sind um 26 Prozent weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres (197 Getötete), berichtete der ÖAMTC am Dienstag.

Im Jahr 2018 gab es bis zum 30. Juni 199 und im Jahr 2017 insgesamt 171 Verkehrstote, analysierte der ÖAMTC Zahlen des Innenministeriums. "Das ist die bisher beste Bilanz seit Aufzeichnungsbeginn. Allerdings stieg das Verkehrsaufkommen seit den ersten Lockerungen bereits wieder an. Und die zweite Jahreshälfte ist in der Regel unfallreicher", sagte ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nose.

Der Bundesländervergleich weist bei sieben Bundesländern einen Rückgang bei der Anzahl der Verkehrstoten auf - in der Steiermark von 41 auf 21 (minus 49 Prozent) und in Tirol von 17 auf neun (minus 47 Prozent) am deutlichsten. Ebenfalls rückläufige Zahlen sind im Burgenland sowie in Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg zu verzeichnen. In Vorarlberg (von neun auf elf) und in Wien von (sechs auf sieben) hat sich die Zahl der Getöteten im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Der ÖAMTC-Experte warnt allerdings vor zu viel Euphorie im Hinblick auf die Gesamtjahresbilanz. "Nach dem Corona-Lockdown gab es durch den ausgebliebenen Transitverkehr sowie die deutlich eingeschränkte Inlandsmobilität wochenlang keine Staus, auch Fuß- und Radwege verzeichneten in den ersten Wochen weniger Aufkommen. Als Dauerzustand wäre das jedoch undenkbar - zu sehr hängen Wirtschaft und öffentliches Leben sowie die Freiheit eines jeden von der Mobilität ab", sagte Nose.

In der zweiten Jahreshälfte werden im Durchschnitt 55 Prozent aller Verkehrstoten verzeichnet. "Besonders im Sommer, bei Schönwetter und an Wochenenden steigt das Risiko für schwere Unfälle - dies hat das vergangene Wochenende leider wieder gezeigt. Einerseits sind mehr Leute unterwegs, andererseits neigen viele Lenker bei guten Bedingungen zu Selbstüberschätzung und unüberlegten Fahraktionen", konstatierte Nose.

Quelle: Agenturen