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Details zu Opfern des Zugsunglücks in Spanien erwartet

Heute, 04:26 · Lesedauer 3 min

Nach dem schweren Zugunglück in Spanien läuft die Identifizierung der zahlreichen Todesopfer auf Hochtouren. "Wir rechnen mit baldigen Ergebnissen", sagte der Leiter der zuständigen Abteilung der Polizeieinheit Guardia Civil, Juan Serrano, im Interview des Radiosenders RNE. Hinweise, dass sich auch Österreicher unter den Opfern befinden würden, gab es zunächst keine.

Mindestens 40 Menschen kamen am Sonntagabend bei der Entgleisung von zwei entgegen fahrenden Hochgeschwindigkeitszügen bei Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba ums Leben. Die Behörden befürchten allerdings, dass die Opferzahl noch steigen könnte..

Bei der Identifizierung könnten Informationen nützlich sein, die Angehörige von Vermissten beisteuern können, sagte Serrano. Dazu zählte er Fotos, Ausweisdokumente, Angaben zu Tätowierungen oder zahnärztliche Röntgenaufnahmen. Laut Medienberichten waren am Abend fünf Tote identifiziert. Weitere Informationen dazu wurden zunächst allerdings nicht bekannt.

Bei dem Unfall gab es mehr als 170 Verletzte. Zuletzt wurden 39 noch in Krankenhäusern behandelt, wie der Notdienst Andalusiens in der jüngsten Bilanz mitteilte. Zwölf von ihnen lagen demnach am Montagabend auf der Intensivstation. Alle seien aber inzwischen außer Lebensgefahr, wurde betont.

Ein tragischer Zufall

Die Tragödie ereignete sich am Sonntag gegen 19.40 Uhr. Die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszugs der italienischen Gesellschaft Trenitalia entgleisten bei einem Tempo von mehr als 200 Kilometern pro Stunde aus noch unbekannter Ursache und gerieten ins benachbarte Gleis, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte.

Just zu diesem Zeitpunkt passierte dort ein Hochgeschwindigkeitszug von Renfe. Er krachte frontal in die entgleisten Waggons und wurde aus den Schienen geworfen. Teile des Zuges, dessen Lokführer starb, stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinab. Insgesamt waren mehr als 500 Passagiere an Bord beider Züge.

Andalusiens Regierungschef Juanma Moreno hatte mehrfach betont, man könne nicht ausschließen, dass in den "Trümmerhaufen aus Metall" weitere Leichen liegen. Die Bergung der abgestürzten und völlig zerstörten Waggons gestalte sich sehr schwierig. Am Montagabend zeigte er sich aber etwas optimistischer und verwies auf die Übereinstimmung zwischen den 40 bestätigten Todesopfern und den 40 eingegangenen Vermisstenanzeigen. Das lasse hoffen und wünschen, dass es keine weiteren Todesopfer gebe.

Unter den Todesopfern sind Medienberichten nach fünf Mitglieder einer Familie aus Punta Umbría im Süden des Landes: Der Vater, die Mutter, der Sohn, eine Tochter und ein Neffe. Nur die sechsjährige Tochter des Paares habe überlebt, hieß es.

Ursache muss ermittelt werden

Unterdessen rätselten Behörden und Experten über die möglichen Ursachen der Katastrophe, deren Klärung voraussichtlich Wochen und Monate in Anspruch nehmen werde. Menschliches Versagen schloss Renfe aus.

Bei den Ermittlungen wurden zwar Hinweise auf einen "Bruch oder eine Veränderung der Schiene" gefunden. Verkehrsminister Óscar Puente wies aber alle Spekulationen zurück und betonte, man müsse noch herausfinden, ob der Schaden überhaupt Ursache oder Folge der Entgleisung sei. "Alle Hypothesen sind offen", betonte er am Montagabend im Fernsehen.

Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien werde aller Voraussicht nach bis zum 2. Februar unterbrochen bleiben, sagte Minister Puente. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez rief von Dienstag bis Donnerstag eine dreitägige Staatstrauer aus.

Zusammenfassung
  • Die Identifizierung der Opfer läuft auf Hochtouren, bisher wurden fünf Tote identifiziert und es gibt keine Hinweise auf österreichische Opfer; Angehörige werden gebeten, Informationen wie Fotos oder Röntgenaufnahmen bereitzustellen.