Der Schnee kommt - und die kältesten November-Tage seit Jahren

18. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Er ist da: Der Winter lässt im Osten Österreichs mit dem ersten Schneefall der Jahres grüßen. Besonders weiß wird es zwar nicht, dafür in Wien und Niederösterreich kalt - sogar so kalt wie schon seit Jahren nicht mehr im November.

Schneeliebhaber werden am Wochenende eine schöne Zeit haben, denn im Osten Österreichs fällt der erste Schnee. Meteorologe Manuel Kelemen prognostizierte im Gespräch mit PULS 24 Reporterin Marie Sievers einen "kleinen, wirklich kleinen Wintergruß".

Meteorologe Manuel Kelemen zum Wetter am Wochenende und im Winter

Das "Grätzl Wienerwald, bis Raum St. Pölten und rauf ins Waldviertel" kann "angezuckert" werden, kündigte der Meteorologe an. Mit einem bis zu fünf Zentimeter Schnee kann man rechnen. Im Raum Wien werden sich ein paar Schneeflocken blicken lassen, aber eine weiße Hauptstadt wird es nicht geben, dafür ist "der Boden noch viel zu warm", lässt Kelemen Träume von Schneemännern, Bobfahrten und Schneeballschlachten platzen. 

Kältester Novembertag seit Jahren in Wien und NÖ

Im Vergleich zum restlichen Land wird es in Wien und Niederösterreich aber "richtig kalt". Mit dem kältesten Novembertag seit 2018 sei zu rechnen, sagt der Meteorologe. Im restlichen Land wird es "Novembertemperaturen" von drei bis neun Grad geben. Nach Schnee wird sonst vergeblich gesucht. Gerade mal ins oberösterreichische Mühlviertel oder in die Obersteiermark an der Grenze zu Niederösterreich könnte sich ein bisschen Schnee verirren.

Im Westen hingegen soll es tendenziell "recht sonnig" mit bis zu neun Grad werden. Schnee wird man deshalb im Zentrum Oberösterreichs oder in der Südoststeiermark vergeblich suchen. Hier kommt der Niederschlag in Form von Regen.

Klimawandel bringt milden Winter

Der diesjährige Herbst wird sich "unter den wärmsten der Messgeschichte einreihen", obwohl der September "sehr kühl" war, sagt Kelemen. Trotzdem war der Oktober "absurd warm", darauf folgte ein viel zu warmer November. 

Skifahrer müssen sich trotzdem nicht vor dem Winter fürchten. In den Bergen ist Schneesicherheit gegeben, aber nur ab einer gewissen Höhe wird man auch "schneeverwöhnt". 

Ein kalter Winter ist praktisch ausgeschlossen, so Kelemen. Schuld daran ist der Klimawandel. In den letzten 50 Jahren habe es kein "einziger Winter in den kältesten Winter der Messgeschichte geschafft". Seit 270 Jahren werden die Temperaturen statistisch erfasst, zuletzt war im Jahr 1962/63 ein bitterkalter Winter dabei. 

Tourismus betet um "echten Schnee"

Hotelier und Investor Bernd Hinteregger sagt im PULS-24-Interview, dass er sich über "ganz viel Schnee" freue. Der Winter sei da und auch die Sehnsucht nach einem "echten Winter ist bei den Leuten riesengroß". Er erzählt, dass es bei den bisher eingegangen Buchungsanfragen weniger um Preisanstiege gehe, sondern eher, ob es auch Schnee geben wird. Für die nächsten Wochen sei geplant mit der Beschneiung zu beginnen. "Natürlich laden wir auch den Petrus ein. Wir brauchen echten Schnee", fügt Hinteregger hinzu.

Hotelier Hinteregger: Man könnte heuer "20 Prozent weniger beschneien"

Hotelier und Investor Bernd Hinteregger im PULS 24 Interview über die Aussichten für den Wintertourismus.

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz