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Europaparlament zweifelt Frontex-Ausgaben an

04. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Das Europaparlament hat Zweifel an der Haushaltsführung der skandalumwitterten EU-Grenzschutzagentur Frontex. Deshalb wurde die Haushaltsentlastung für das Jahr 2020 zunächst verschoben.

Auch den Rat der EU und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss entlasteten die Abgeordneten am Mittwoch nicht, wie das Parlament mitteilte.

In einer mit großer Mehrheit verabschiedeten Resolution verweisen die Abgeordneten darauf, dass Frontex noch immer nicht die Bedingungen aus dem vorherigen Entlastungsbericht erfüllt habe. Zudem erinnern sie an die Ermittlungen der EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf gegen Frontex wegen mutmaßlicher Grundrechtsverstöße. Man habe den Olaf-Bericht nicht einsehen können und sei deshalb nicht in der Lage, sachkundige Entscheidung zu treffen. Im vergangenen Jahr hatte das Parlament Frontex für 2019 ebenfalls zeitweise die Entlastung verweigert.

Empfehlungen des Paralments 

Das Europaparlament überprüft die Ausgaben aus dem EU-Haushalt durch die verschiedenen Institutionen jedes Jahr. Wird eine Institution wegen Unstimmigkeiten zunächst nicht entlastet, muss sie Empfehlungen des Parlaments folgen. Geschieht dies nicht, kann die Entlastung ganz verweigert werden, was in der Vergangenheit etwa zu Änderungen in der Führungsetage einer Behörde geführt hat. Im Normalfall erteilt das Parlament jedoch die für den Rechnungsabschluss notwendige Entlastung.

Explosionsartig gestiegenes Budget"

Die SPÖ-EU-Abgeordnete Bettina Vollath kritisierte: "Unterm Strich stehen einem in den letzten Jahren explosionsartig gestiegenem Budget und enormen operativen Kapazitäten eine fehlentwickelte- und geleitete interne Struktur und ein überfordertes Management gegenüber. Von einer sachgemäßen Verwendung von europäischem Steuergeld kann nicht ausgegangen werden."

Frontex stand zuletzt immer wieder in Zusammenhang mit der Zurückweisung von Migranten im Mittelmeer in der Kritik. In der vergangenen Woche trat Generaldirektor Fabrice Leggeri von seinem Posten zurück.

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Quelle: Agenturen / Redaktion