Coronavirus: Schweden meldete mehr als 100 weitere Todesfälle

07. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

In Schweden deutet sich ein Kurswechseln an - mittlerweile starben dort 591 Menschen an dem Coronavirus.

In Schweden hat sich die Zahl der Corona-Toten binnen eines Tages um mehr als hundert erhöht. Nach Angaben der schwedischen Gesundheitsbehörde vom Dienstag starben in dem skandinavischen Land inzwischen 591 Menschen an dem Coronavirus. Die 114 neuen Todesfälle seien jedoch nicht alle in den zurückliegenden 24 Stunden registriert worden, einige seien mit Verzögerung gemeldet worden.

Insgesamt infizierten sich in Schweden nach Angaben der Behörden bisher 7.693 Menschen mit dem Erreger. In den vergangenen Tagen sei ein leichter Rückgang bei den neu registrieren Infektionsfällen festgestellt worden, sagte der Epidemiologe Anders Tegnell. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob der Höchststand bereits erreicht sei.

Andere Strategie

Die schwedische Regierung verfolgt in der Pandemie bisher eine andere Strategie als die meisten anderen europäischen Staaten. In dem Land mit rund zehn Millionen Einwohnern gibt es keine Ausgangsbeschränkungen; Volksschulen, Restaurants und Bars blieben geöffnet. Die Regierung rief die Menschen lediglich dazu auf, Abstand zu halten und nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. Zudem gilt ein Versammlungsverbot für mehr als 50 Menschen sowie ein Besuchsverbot in Pflegeheimen.

Inzwischen strebt die Regierung erweiterte Befugnisse im Kampf gegen das Virus an. Sie will ohne Zustimmung des Parlaments öffentliche Versammlungen weiter einschränken und Geschäfte schließen lassen können. Die zusätzlichen Befugnisse würden zunächst nur für drei Monate gelten. Das Parlament muss dem Gesetzesentwurf noch zustimmen. Mit seinem Sonderweg in der Corona-Krise zog Schweden international viel Kritik auf sich.

Finnland verschärft Grenzkontrollen

Das Nachbarland Finnland kündigte am Dienstag eine Verschärfung seiner Grenzkontrollen an, unter anderem auch zu Schweden. Die Regierung in Helsinki hatte Mitte März den Notstand erklärt und die Grenze für Nicht-Finnen geschlossen, eine Ausnahme waren Berufstätige. Am Dienstag kündigte die finnische Innenministerin Maria Ohisalo vor Journalisten an, neben einer Verlängerung der Maßnahmen bis zum 13. Mai würden nun die Quarantäne-Vorschriften für Einreisende verschärft. Arbeitnehmer aus dem Ausland müssten nun eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen und sich ebenfalls für 14 Tage in Quarantäne begeben. Die durch Lappland verlaufende Landgrenze zwischen Finnland und Schweden wird normalerweise täglich von Tausenden Arbeitnehmern und Privatleuten überquert. Seit Beginn der Schutzmaßnahmen wird die Grenze immer noch von rund 2.000 Menschen passiert. Finnland zählt bisher rund 2.300 Infektionen mit dem Coronavirus und 27 Todesfälle.

Quelle: Agenturen / moe