Corona: AGES bestätigte britische Virusmutation im Tiroler Jochberg

18. Jan 2021 · Lesedauer 3 min

Bei den 17 positiven Corona-Fällen in Jochberg hat sich der Verdacht bestätigt: Es handelt sich um die britische Virusmutation.

Nach Auffälligkeiten bei Abstrichproben von 17 positiven Corona-Fällen im Tiroler Jochberg (Bezirk Kitzbühel) hat die AGES am Montag bestätigt, dass es sich dabei um die britische Virusmutation handelt. Dies teilte das Land am Montag mit. Bei Massentests in der Gemeinde Jochberg und auch im gesamten Bezirk Kitzbühel wurden bis dato jedoch keinen weiteren Verdachtsfälle entdeckt.

Lediglich bei einer engen Kontaktperson der 17 großteils britischen Staatsbürger gab es den Verdacht auf die Virusmutation. Die Massentests im Bezirk Kitzbühel liefen noch bis Montag 18.00 Uhr.

46 von 53 Verdachtsfällen bestätigt

Die neue britische SARS-CoV-2-Variante wurde in 46 von bisher 53 genomsequenzierten Proben nachgewiesen. Das bestätige Andreas Bergthaler vom Forschungsinstitut für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Montagabend gegenüber der "APA".

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte nach dem endgültigen Nachweis am Montagabend in einer Aussendung, dass "die hoch ansteckende Virus-Variante auch bei uns angekommen ist". Das Contact-Tracing müsse weiter ausgebaut werden. Anschober appellierte an die Bevölkerung die neuen Abstandsregeln konsequent einzuhalten und - wann immer möglich - eine FFP2-Maske zu tragen.

Die Resultate basieren auf einer etablierten Ganzgenomsequenzierung, die vom CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften etabliert und im Dezember publiziert wurde. Bei den 46 nun durch die Ganzgenomsequenzierung gesicherten Fällen, bei denen die neue Mutation nachgewiesen wurde, handelt es sich großteils um die in der vergangenen Woche publik gewordenen Verdachtsfälle aus Tirol, zwei weitere aus Salzburg sowie aus einem Wiener Pflegeheim, sagte Bergthaler. Unter den bestätigten Fällen fand sich die aus Südafrika stammende Virusvariante nicht.

Hohe Konzentration in Salzburger Kläranlage

Überdies wurden überraschend hohe Konzentrationen der B.1.1.7.-Variante in einer Kläranlage in Salzburg gefunden. Die Werte erreichten dort über 50 Prozent der detektierten Coronaviren, sagte Bergthaler. Der Anteil unter den dort gefundenen SARS-CoV-2-Viren stieg hier über rund zehn Tage von null Prozent auf 16 Prozent und schließlich auf 54 Prozent in einer Probe vom 3. Jänner. Dieser Befund zeigte sich in den Analysen der Wissenschafter "erstaunlich deutlich".

Bei einer weiteren Kläranlage in Salzburg gebe es auch erste Nachweise, sonst allerdings fanden sich derartige Belege in keiner bisher genauer untersuchten weiteren Anlage in Österreich. Proben aus der Hauptkläranlage Wien, bei denen Ende der vergangenen Woche ebenfalls Vortests anschlugen, konnten aus technischen Gründen nicht eindeutig bestimmt werden.

 

Der Artikel wurde am 18. Jänner 2021 um 19:28 aktualisiert.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe