APA - Austria Presse Agentur

Clanchef und Ex-Geschäftspartner von Bushido schwieg vor Gericht

17. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Anis Ferchichi, besser bekannt als Bushido, wurde von Personenschützern in schusssicheren Westen und mit Sturmhauben in den Saal gebracht.

Sie waren einst Freunde und Geschäftspartner. Dann wurden sie Feinde. Nun treffen sie sich vor Gericht. Arafat A. und Bushido. Es geht unter anderem um Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung und räuberische Erpressung.

Schweigen

Arafat A., Chef einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie, und drei seiner Brüder haben dabei die Aussage verweigert. Dem 44-jährigen A. werden mehrere Straftaten zum Nachteil des Rappers Bushido, bürgerlich Anis Ferchichi, zur Last gelegt. Mitangeklagt sind drei Brüder des Mannes. Der mit Spannung erwartete Prozess begann am Montagvormittag mit starken Sicherheitsvorkehrungen.

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Bushido wurde von Personenschützern in schusssicheren Westen und mit Sturmhauben in den Gerichtssaal gebracht. Der 41-Jährige ist Nebenkläger in dem Verfahren. Die für Mittwoch geplante Anhörung des Musikers als Zeuge wurde verschoben. Nach knapp einer Stunde war der erste Prozesstag bereits zu Ende.

Zahlreiche Straftaten

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten als einstigem Musik-Geschäftspartner von Bushido versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue vor.

Zu den angeklagten Taten sei es gekommen, nachdem Bushido 2017 die Beziehungen im Musikgeschäft aufgelöst habe. Der 44-jährige Angeklagte habe dies laut Gericht nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt die Zahlung von angeblichen Schulden bzw. die Beteiligung an dessen Musikgeschäften in Millionenhöhe gefordert. Der Clanchef soll den Musiker auch ehrverletzend beschimpft, drangsaliert und leicht verletzt haben.

80 Zeugen

In dem aufwendigen Prozess werden 80 Zeugen erwartet, darunter prominente Vertreter der deutschen Rapper-Szene. Zunächst sind bis Ende November mehr als 20 Verhandlungstage geplant.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe