"Cassata" ist österreichisches Eis des Jahres
"Es ist ein Eis auf Basis von Ricotta, Fior di Latte oder auch Panna. Kandierte Früchte wie Zitrone oder Orange dürfen natürlich nicht fehlen. Und das in Summe gibt das Cassata-Eis", sagte Andrew Nussbaumer, WKÖ-Sprecher der österreichischen Eissalonbetreiber. Das Eis sei so auch offen für Interpretation der Eishersteller, es gebe unglaublich viele Möglichkeiten. 415 Eissalone sind bei der Kammer gemeldet, 175 davon in Wien. Sie waren zur Abstimmung über das Eis des Jahres aufgerufen, rund ein Dutzend Sorten standen zur Auswahl. Grundsätzlich seien die Österreicher immer noch Fans der Eisklassiker wie Schokolade oder Stracciatella, aber in den vergangenen Jahren kamen auch immer öfter vegane Sorten oder welche mit speziellen Zutaten wie Cookies in das Stanitzel.
Positiv gestimmt zeigte sich Nussbaumer über die wirtschaftliche Entwicklung, beispielsweise gesunkene Energiekosten. So sei die Zukunft für die Eishersteller planbarer geworden. "Die dürfen auch was verdienen, nicht nur Eismachen", sagte er. Stanitzel und vor allem deren Inhalt seien zwar in Ballungszentren und touristischen Regionen tendenziell teurer, aber die Kugelpreise seien grundsätzlich nicht oder nur moderat erhöht worden. "Die handwerklichen Eismacher punkten mit täglich frischer Produktion, kurzen Zutatenlisten und möglichst regionalen Produkten."
Und auch bei der Auswahl des europäischen Eis des Jahres durfte Österreich mitreden, erzählte Luca Alberti Sprecher der italienischen Eissalonbetreiber in Österreich, die den klangvollen Vereinsnamen "Associazione Gelatieri Italiani in Austria" tragen. Sitz des Vereins ist - wo sonst - in der Wiener Minoritenkirche. Dort habe man sich im Herbst zusammengesetzt und die Richtung für eine neue Eissorte vorgegeben. Die Entscheidung sei dann auf die Kreation "Melody" des Spaniers Juanma Guerrero gefallen. Das Eis hat eine Milch-Ricotta-Basis, hinzu kommen Orangensauce und Pistazien.
Bereits zum zweiten Mal wurde nun am Rande Ottakrings die Eissaison eröffnet, was Margit Mauß besonders freute. Seit 1969 stellt ihre Familie Eis her. Vor über 25 Jahren hat Mauß das Geschäft von ihren Eltern übernommen. Insgesamt seien die Eissorten weniger zuckerlastig geworden und jede Saison kämen drei bis vier neue Sorten hinzu, zog sie Resümee. Sie hoffte, dass sich die Preise stabilisieren. Die Politik müsse bei der Teuerung gegensteuern, sagte auch die Ottakringer-Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ). "Für manche ist Eis ein Grundnahrungsmittel", sagte sie mit Blick auf ihre Kinder. Der Eissalon Mauß sei eine Institution im Grätzel. "Es ist ein wichtiger Treffpunkt für viele Menschen", erklärte sie.
6.300 Euro an Kinderkrebsforschung gespendet
Auch heuer überreichte die WKÖ der Kinderkrebsforschung des St. Anna Kinderspitals einen Spendenscheck, 2025 belief sich der Betrag auf 6.270 Euro. Insgesamt haben die Eismacher laut der WKÖ bereits rund 150.000 Euro gespendet. "Wir danken Ihnen wirklich sehr, dass Sie auch an Kinder denken, denen es nicht so gut geht, und uns als Forschung vertrauen", sagte Lisa Kernegger vom St. Anna Kinderspital. "Die Heilungschancen sind in den letzten 40 Jahren deutlich gestiegen. Allerdings ist natürlich jedes Kind, das an Krebs stirbt, eins zu viel, und deswegen forschen wir weiter", fügte sie hinzu.
Zusammenfassung
- Die Eissaison 2026 wurde am Mittwochvormittag von der Wirtschaftskammer im Eissalon Mauß in Wien-Ottakring eröffnet, wobei 415 Eissalons – davon 175 in Wien – zur Wahl des österreichischen Eises des Jahres aufgerufen waren.
- Die WKÖ spendete 6.300 Euro an die Kinderkrebsforschung des St. Anna Kinderspitals, insgesamt wurden von den Eismachern bereits rund 150.000 Euro gespendet.
