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Casinos: Manager wegen FPÖ-Unterlage fristlos gekündigt

13. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Einen ehemaligen Top-Manager der teilstaatlichen Casinos Austria soll laut "Kurier" seine politische Vergangenheit nun eingeholt haben. 2018 habe er für die FPÖ und den damaligen Parteichef Heinz-Christian Strache eine Unterlage verfasst, für die er jetzt eine fristlose Entlassung bekam. 

Der frühere Manager soll dem Bericht zufolge 2018 ein Papier für die Freiheitlichen und deren früheren Chef Heinz Christian Strache erstellt haben, als es in der Zeit der ÖVP-FPÖ-Koalition darum ging, den heimischen Glücksspielmarkt strategisch neuauszurichten. Im ersten Teil wurde der Glücksspielmarkt dargestellt sowie die Vor- und Nachteile des österreichischen Systems. Im zweiten Teil skizzierte der Ex-Manager seine Vorstellungen für eine Neuordnung. Etwa die neuerliche Ausschreibung der drei Casinos-Lizenzen oder die Vergabe von mehreren Online-Konzessionen. Bis dato halten die Casinos über ihre Lotto-Tochter nach wie vor das Online-Monopol.

"Neuordnung hätte Casino-Businessmodell ruiniert"

"Wäre das Glücksspielgesetz nach diesen Vorschlägen geändert worden, hätte dies das Businessmodell der Casinos ruiniert", zitiert der "Kurier" dazu ein Insider. In den Casinos rätsle man über die Motive des Verfassers. Gegen den Manager wurde jedenfalls die fristlose Entlassung ausgesprochen. "Es handelt sich um ein laufendes Verfahren, das wir nicht kommentieren können", erklärte ein Casinos-Sprecher der Zeitung. Der Betroffene bekämpft die Entlassung dem Bericht zufolge vor dem Arbeitsgericht.

Liechtenstein: Casino 96 wird geschlossen

Indes haben die Casinos Austria ihren Betrieb "Casino 96" in Balzers in Liechtenstein geschlossen. Laut "Vorarlberger Nachrichten" wollen sie sich auf einen weiteren Betrieb im kleinen Nachbarland in Schaanwald konzentrieren. Die Schließung in Liechtenstein begründete Gianmaria Frapolli von den Casinos Austria International laut "Vorarlberger Nachrichten" so: "Mit der wachsenden Anzahl an Casinos in Liechtenstein wird es für die einzelnen Standorte bedeutend schwieriger, in diesem umkämpften Markt zu bestehen. Doch auch die inzwischen höhere Besteuerung und weitere Vorschriften sowie eine steigende Zahl von Gegnern des Casino-Booms machen den Glücksspielunternehmen das Leben schwerer.

Quelle: Agenturen / ddj