APA - Austria Presse Agentur

Bus überschlug sich und brannte: Mindestens 46 Tote in Bulgarien

23. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

In der Nacht auf Dienstag überschlug sich ein Bus in Bulgarien, dabei starben von den rund 50 Insassen mindestens 46, darunter auch Kinder.

Einige Verletzte seien in ein Spital nach Sofia gebracht worden, keiner davon schwebe in Lebensgefahr. Insgesamt hätten sich etwa 50 Passagiere und zwei Fahrer im Bus befunden, berichtete das Staatsradio unter Verweis auf die Polizei.

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Bus überschlug sich und stand in Flammen

Der nordmazedonische Regierunschef Zoran Zaew und der Außenminister des an Bulgarien grenzenden Balkanlandes, Bujar Osmani, reisten wenige Stunden nach dem Unglück nach Sofia. Sie besuchten die sieben Verletzten in der Notfallklinik Pirogow. "46 Passagiere sind ums Leben gekommen, zwölf davon sind Kinder", sagte Zaew.

Der Unfall ereignete sich auf der Struma-Autobahn etwa 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Sofia. Laut BTA hatte der Bus kurz nach 2.00 Uhr Ortszeit (1.00 Uhr MEZ) aus noch ungeklärten Gründen eine Leitschiene gerammt und sich dann überschlagen. Ersten Erkenntnissen zufolge gab es auch deshalb so wenige Überlebende, weil der Bus in Brand geriet. Ob er bereits vor dem Unfall Feuer gefangen hatte oder sich zunächst überschlug und dann in Flammen aufging, war zunächst unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen zur Unglücksursache auf.

Tote bei verheerendem Busunglück in Bulgarien

Nordmazedonier und ein Belgier an Bord

Bei den Reisenden handle es sich nach Angaben des bulgarischen Vize-Generalstaatsanwalts Borislaw Sarafow um Staatsbürger Nordmazedoniens. Unter den Opfern sei auch ein belgischer Staatsbürger, sagte der Interims-Leiter der nordmazedonischen Botschaft in Sofia, Vladimir Krastevski, dem bulgarischen Staatsradio.

Der Bus war nach Angaben des Innenministeriums in Sofia in Skopje registriert, aus der Türkei nach Bulgarien gekommen und befand sich auf dem Weg nach Nordmazedonien. Der Streckenabschnitt, auf dem das Unglück geschah, liegt in einer hügeligen Gegend und ist für häufige Unfälle bekannt, wie der Bürgermeister einer Nachbargemeinde im Staatsradio sagte. In dem verunglückten Bus war eine Reisegruppe unterwegs.

"Riesige Tragödie": Viele Tote noch nicht identifiziert

Bulgariens Interims-Regierungschef Stefan Janew begab sich umgehend zum Unglücksort und äußerte sich dort tief betroffen. "Es ist eine riesige Tragödie", sagte Janew, der den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aussprach. Der geschäftsführende Innenminister Boiko Raschkow zeigte sich ebenfalls erschüttert und schilderte eine düstere Szenerie am Unfallort: "So etwas Schreckliches habe ich noch nie gesehen, das ist kaum zu ertragen. Die verbrannten Leichen liegen hier übereinander auf einem Haufen." Viele der Toten müssten noch identifiziert werden.

Österreichs Außenminister Michael Linhart (ÖVP) kondolierte via Twitter: "Ich bin tief schockiert über den tragischen Busunfall mit so vielen Opfern aus Nordmazedonien (er postete die Flagge des Landes, Anm.)", schrieb er. "Mein aufrichtiges Beileid an die Familien der Getöteten und beste Wünsche für eine rasche Genesung an jene, die bei dem schrecklichen Unfall verletzt wurden." EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Präsident des EU-Rats, Charles Michel, sprachen ebenfalls auf Twitter ihr Beileid aus. Die EU sei bereit, Hilfe zu leisten, bekräftigte Michel.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam