APA - Austria Presse Agentur

Britische Virus-Mutation wohl auch in Wiener Altersheim entdeckt

12. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

In Wien wurden erste - noch nicht bestätigte - Cluster des erstmals in Großbritannien entdeckten Virus-Stammes B.1.1.7. gemeldet.

Der Corona-Mutationsstamm mit der Kennung B.1.1.7. hat sich nun wohl auch in der Bundeshauptstadt Wien ausgebreitet. Konkret in einem Senioren- und Pflegewohnheim. Ein Sprecher der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bestätigte eine entsprechende Prüfung gegenüber der "APA". Der Mediensprecher des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker sagte am Dienstagabend, dass die Prüfung noch andauere. Demnach konnte das Vorliegen der Virusmutation in dem Fall noch nicht bestätigt werden. Die Sequenzierung dauere noch mehrere Tage, sagte Mario Dujakovic auf Twitter.

Die britische Virus-Mutation gilt als weitaus ansteckender als der bisher verbreitete Stamm. Anfang Jänner wurde die B.1.1.7.-Mutation erstmals in Österreich nachgewiesen. Verdachtslagen, dass die Mutation grassiert, gibt es auch in Salzburg und in Tirol.

Städtische Einrichtung

In dem betreffenden Senioren- und Pflegewohnheim - es handelt sich nicht um eine städtische Einrichtung - sei es nach den Feiertagen zu einer auffälligen Häufung an Coronavirus-Infektionen gekommen, berichtete der AGES-Sprecher der "APA". Von 101 Heimbewohnern und -bewohnerinnen seien 42 erkrankt. Dies habe den Träger des Hauses alarmiert.

"Die meisten Bewohner weisen keinerlei oder lediglich sehr geringe Symptome auf. In enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden von Bund und Land hat der Träger deshalb eine Sequenzierung der Abstriche durch die AGES veranlasst. Diese Sequenzierung sollte Klarheit darüber bringen, ob es sich bei dem Virus bereits um die mutierte Variante B.1.1.7. handelt.", hieß es in einer der "APA" übermittelten schriftlichen Stellungnahme.

Verdacht in Tirol

Zuvor war bereits in Tirol ein erster Cluster der Virus-Mutation gemeldet. In der Gemeinde Jochberg in Kitzbühel war eine internationale Gruppe von Skilehrern - darunter auch mehrere aus Großbritannien - mit dem Virusstamm infiziert.

Mehr dazu

Deutschland: Lockdown bis Ostern?

Die Angst vor einer Ausbreitung von mutierten Coronaviren treibt in Deutschland die Debatte über eine erneute Verschärfung des Lockdowns voran. "Deutschland steht vor acht bis zehn sehr harten Wochen", sagte Kanzlerin Angela Merkel nach Auskunft mehrerer Teilnehmer in der Arbeitsgruppe Sicherheit der Unions-Bundestagsfraktion am Dienstag. Die Entwicklung in Irland habe gezeigt, wie schnell sich die hochansteckende Virus-Variante ausbreiten könne.

In der Slowakei dürfte sich nämlich bereits rund die Hälfe der neu Infizierten mit der mutierten Version des Coronavirus angesteckt haben. Das slowakische Gesundheitsministerium schlug deshalb auch beim österreichischen Gesundheitsministerium Alarm.

Quelle: Redaktion / hos