Brem fordert Expertengremium für Femizide

30. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Die Geschäftsführerin der Wiener Frauenhäuser, Andrea Brem, fordert die Einführung eines Expertengremiums, dass sich auf Femizide spezialisiert ist. Das Gremium soll nach jedem Frauenmord die Schwachstellen im System aufzeigen.

Andrea Brem sagt im PULS 24 Interview, dass Frauen oft glauben, Gewaltsituationen selbst regeln zu können. Die Geschäftsführerin der Wiener Frauenhäuser rät allerdings dazu, bereits bei ersten Anzeichen von Gewalt oder Morddrohungen sich Hilfe zu suchen. "Gewalt bahnt sich an" und steigere sich nach und nach, sagt Brem.

Wenn Frauen sich trennen, dann würde bei einigen Männern "blankes Besitzdenken" einsetzen. "Jetzt gehörst du mir und wenn du nicht mir gehörst, dann gehörst du niemanden", so erklärt Brem die Denkweise dieser Männer. Daher sei es wichtig, dass die Täterarbeit ausgebaut wird und langfristig ein Anti-Gewalt-Training eingeführt wird.

Die Geschäftsführerin der Wiener Frauenhäuser, Andrea Brem, zeigt sich im PULS 24 Interview "sehr betroffen" von dem Frauenmord in Wien. Bei solchen Taten frage sie sich: "Warum haben wir die Frau nicht erreicht? Warum hat sie sich keine Hilfe gesucht?" 

Sie richtete einen Appell direkt an die Regierung. Man müsse, so Brem, mit der Präventionsarbeit schon in Schulen und Kindergärten anfangen. Weiters fordert sie die Einführung eines Expertengremiums, dass nach jedem Femizid die Tat analysieren und damit zur Verbesserung der Präventionsarbeit beitragen soll.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea