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Brand in Crans-Montana: Bar-Betreiber aus U-Haft entlassen

Heute, 17:11 · Lesedauer 2 min

Nach der Brandkatastrophe bei einer Silvester-Party im Schweizer Skiort Crans-Montana ist der Betreiber der Bar nach Kautionszahlung aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Wie das zuständige Gericht im Schweizer Kanton Wallis am Freitag mitteilte, wurde die U-Haft des Barbetreibers Jacques Moretti gegen Zahlung von 200.000 Schweizer Franken (rund 215.000 Euro) aufgehoben. Moretti seien Ersatzmaßnahmen auferlegt worden, um einem bestehenden Fluchtrisiko entgegenzuwirken.

So wurde Moretti den Angaben zufolge dazu verpflichtet, sich täglich bei einer Polizeistelle zu melden. Auch ist dem Franzosen verboten, das Schweizer Staatsgebiet zu verlassen. Ferner muss er alle seine Identitäts- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen.

Bei dem Feuer in der Bar "Le Constellation" waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen. 116 weitere Menschen erlitten Verletzungen, darunter teilweise sehr schwere. Gegen das französische Betreiber-Ehepaar Jacques und Jessica Moretti wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt.

Moretti saß seit dem 9. Jänner in Untersuchungshaft, während seine Frau unter Auflagen auf freiem Fuß blieb. Die Kaution wurde laut dem Gericht von einem engen Freund bezahlt.

Die Ermittler vermuten, dass die Katastrophe durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die der Decke zu nahe kamen. Moretti hatte während einer Vernehmung angegeben, den schalldämpfenden Schaum an der Decke selbst in einem Baumarkt gekauft und installiert zu haben.

Zusammenfassung
  • Nach dem tödlichen Brand in der Bar 'Le Constellation' in Crans-Montana mit 40 Toten und 116 Verletzten ist Betreiber Jacques Moretti gegen Zahlung einer Kaution von 200.000 Schweizer Franken aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
  • Moretti muss sich täglich bei der Polizei melden, darf die Schweiz nicht verlassen und hat seine Ausweisdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegt.
  • Die Ermittlungen gegen das Betreiber-Ehepaar laufen weiter, es besteht der Verdacht auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung, da Feuerwerksfontänen vermutlich das Feuer ausgelöst hatten.