Blut reicht nicht einmal für eine Woche - Triage in Spitälern läuft bereits

04. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

In Niederösterreich müssen Spitäler bereits OPs verschieben, weil zu wenig Blut da ist, aber in ganz Österreich ist das Blut gleich knapp. Das sei extrem selten, sagt Ursula Kreil von der Wiener Blutspendezentrale und erklärt auch, woran die Blutknappheit liegt.

Aufgrund von fehlenden Blutkonserven ist die Situation in Österreichs Spitälern "dramatisch", wie Andreas Zeitelberger, erster Vizepräsident der niederösterreichischen Ärztekammer Ende Juni sagte. Es bleibe derzeit nichts anderes übrig, "als Operationen zu verschieben".

Die Lagerstände seien aber in ganz Österreich knapp. Das sei extrem selten, dass die Knappheit alle Regionen gleichermaßen betrifft, erklärt Ursula Kreil von der Blutspendezentrale des Roten Kreuzes in Wien im PULS 24 Interview. Jährlich werden 350.000 Blutkonserven in Österreich benötigt, rund 1.000 pro Tag.

Nicht einmal Blut für eine Woche

In Wien ist man in der Blutspendezentrale für rund 40 Prozent des Bedarfs zuständig. Zuletzt lagerten nur noch 2.500 Konserven dort. Das sei nicht einmal der Bedarf einer starken Woche. Zumindest Reserven von zwei Wochen sollten aber laut Kreil immer auf Lager sein.

Blutspender bekommen Gratis-Blut-Untersuchung

Sie bittet, Blutspenden zu gehen, denn Bedarf hätte man aktuell an allem. Sogar die Lagerstände bei den verbreitetsten Blutgruppen A positiv und 0 positiv seien sehr niedrig. Wer spendet, hat auch einen Vorteil, erinnert die Rot-Kreuz-Mitarbeiterin. Das Blut wird nach jeder Spende getestet, es werde auf Infektionskrankheiten, chronische Leberentzündungen, HIV oder Syphilis untersucht.  Nur wenige sind vom Blutspenden ausgeschlossen. Die Ausschlussgründe wie Allergien, Alter, Operationen oder Ähnliches finden Sie hier

Blutspender: Viele krank, viele in Quarantäne

Die Omikon-Welle hat uns sehr viele Blutspender gekostet. Viele Menschen waren krank, viele waren in Quarantäne, erklärt Kreil die Blutknappheit. "Seit zwei Jahren hören die Menschen man soll solidarisch sein, man soll helfen. Es sind ununterbrochen Gesundheitsthemen in den Medien. Das führt dazu, dass man mit der Botschaft, wie wichtig Blutspenden sind, schwerer durchkommt."

Weil die Lage so angespannt ist, wandte sich sogar Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) persönlich am Wochenende an die Bevölkerung und bat darum, zum Blutspenden zu gehen. 

Service:
Sollten Sie Blut spenden wollen finden Sie HIER die nächsten Blutspendetermine in Ihrer Region. 

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam