APA - Austria Presse Agentur

Bill und Melinda Gates: Was hinter der teuersten Scheidung der Welt steckt

11. Mai 2021 · Lesedauer 4 min

Keine Unterhaltszahlungen für Melinda, Sorge bei den Angestellten der milliardenschweren Stiftung und eine Epstein-Connection: So verschlossen sich Bill und Melinda Gates in der Öffentlichkeit auch geben, hinter den Kulissen läuft nicht alles so ruhig ab, wie man glauben könnte. Kein Wunder, es geht um über 65 Milliarden Dollar.

Am späten Nachmittag des 3. Mai reichte Melinda Gates (56) nach 27 Ehejahren die Scheidung von ihrem Mann Bill (65) ein - sogar zur Überraschung der eigenen Mitarbeiter. Laut den Gerichtsdokumenten gab die 56-Jährige als Grund für das Scheitern ihrer Ehe einen "unwiederbringlichen Bruch" an. Im Nachhinein wurde bekannt, dass dass sich das Paar schon seit rund zwei Jahren auf die Trennung vorbereitet haben soll. Über den Grund für die Trennung wird heftig spekuliert. Bill und Melinda selbst bewahren Stillschweigen. 

Scheidungsgrund: Jüngste Tochter ... 

Ein Grund für den Zeitpunkt der Scheidung könnte Tochter Phoebe Adele sein. Sie ist neben Jennifer Katharine (25) und Rory John (21) die jüngste. Mit 18 ist sie nun flügge und bereit, das Elternhaus zu verlassen. Ein guter Zeitpunkt, eine sowieso nicht mehr prickelnde Ehe zu beenden.

... oder Jeffrey Epstein?

Zurzeit macht aber ein zweites Gerücht die Runde: Bill soll Kontakt mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gehabt haben, der auch Minderjährige sexuell missbraucht haben sollen. Die "New York Times" berichtete von mehreren Treffen, teils bis spät in die Nacht. Erst nach dessen Tod im Gefängnis distanzierte sich Gates von Epstein. Melinda soll sich daraufhin im Jahr 2019 Anwälte gesucht haben, um die Scheidung in die Wege zu leiten. 

Star-Anwälte für Melinda

Der Microsoft-Mitbegründer war über die Jahre hinweg immer wieder der reichste Mann der Welt und liegt auch aktuell laut "Forbes" mit "nur" 129,1 Milliarden Dollar (106,12 Milliarden Euro) Privatvermögen noch unter den Top 5. Die Meinung in den US-Medien darüber, ob es einen Ehevertrag mit seiner Frau gibt, gehen auseinander. Klar ist jedoch, dass Melinda auf jegliche Unterhaltszahlungen verzichtet, wie aus dem Scheidungsantrag am Gericht in King County, Washington, hervorgeht. Die Eheleute dürften sich auf ein Trennungs-Übereinkommen geeinigt haben, nach dem die Besitztümer aufgeteilt werden. Der Gerichtstermin ist für April 2022 angesetzt. Melinda lässt sich dabei von Star-Anwälten vertreten. Sherri Anderson vertrat Amazon-Boss Jeff Bezos bei seiner Scheidung, Robert Cohen einst Ivana Trump bei der Trennung von Donald. 

Teuerste Scheidung der Welt?

Zeitgleich mit der Scheidung reichte Melinda, die sich inzwischen Melinda French Gates nennt, auch ein Dokument ein, das beide Eheleute temporär daran hindert, Eigentum zu verkaufen oder Versicherungsverträge zu ändern, solange dazu keine schriftliche Vereinbarung vorliegt. Der Bundesstaat Washington, in dem die beiden leben, ist ein "community property state". Vermögen das während der Ehe angehäuft wurde, wird normalerweise zu gleichen Teilen aufgeteilt. Nach Abschluss des Scheidungsverfahrens könnte Melinda bis zu 65,25 Milliarden Dollar schwer sein, wie "Forbes" vorrechnete. "Forbes" spekuliert, dass die Trennung der beiden die teuerste Scheidung der Welt werden könnte und den bisherigen Rekordhalter Amazon-Boss Jeff Bezos und seine Ex-Frau MacKenzie Scott überflügeln wird. 

Bill, der sich aus der operativen Leitung des Microsoft-Konzerns zurückgezogen hat, und Melinda führen seit Jahren die milliardenschwere Bill & Melinda Gates Foundation, eine philantropische Stiftung, die fast 50 Milliarden US-Dollar schwer ist. Privat gehört ihnen unter anderem ein über 6.000 Quadratmeter großes Anwesen am Lake Washington in Seattle, Indoor-Spa und -Pool inklusive, das in Techkreisen den Spitznamen "Xanadu 2.0" bekommen hat. Außerdem ist die Familie der größte landwirtschaftliche Grundbesitzer in den USA. Bills Investmentfirma Cascade Investment hält laut "New York Times" große Anteile an unter anderem Four Seasons, der Canadian National Railway und der AutoNation Autohandelsgruppe.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam