Bill und Melinda Gates lassen sich nach 27 Jahren scheiden

03. Mai 2021 · Lesedauer 4 min

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden. Das gab der Microsoft-Gründer am Montagabend per Twitter bekannt.

Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda lassen sich nach 27 Ehejahren scheiden. Das Paar habe sich "nach reiflicher Überlegung und viel Arbeit an der Beziehung" zu dem Schritt entschieden, teilte Gates am Montagabend auf Twitter in einem gemeinsamen Statement mit. "In den zurückliegenden 27 Jahren haben wir drei unglaubliche Kinder großgezogen und eine Stiftung aufgebaut, die sich weltweit dafür einsetzt, den Menschen gesunde und produktive Leben zu ermöglichen", erklärten die beiden weiter.

Ihre Mission würden sie zusammen weiter vorantreiben, hieß es. "Aber wir glauben nicht mehr, dass wir als Paar in dieser nächsten Lebensphase gemeinsam wachsen können." In der Mitteilung bat das Paar zudem um "Privatsphäre für unsere Familie, während wir beginnen, uns in diesem neuen Leben zurecht zu finden. "Der Multimilliardär und seine Frau haben drei erwachsene Kinder, Jenn, Rory und Phoebe, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sind.

Bill und Melinda Gates wollen weiterhin zusammen in der gemeinsamen Gates Foundation tätig sein, die weltweit wohltätige Projekte, etwa zur Bekämpfung von Krankheiten, unterstützt.

Bill Gates, der 1975 zusammen mit Paul Allen den späteren IT-Riesen Microsoft gegründet hatte, gilt als einer der reichsten Menschen der Welt. Dem Magazin "Forbes" zufolge beträgt das Vermögen des 65-Jährigen mehr als 100 Milliarden US-Dollar. 

Melinda: Berufsanfänge bei Microsoft

Die 56-jährige Melinda French Gates wuchs mit drei Geschwistern im US-Bundesstaat Texas auf. Nach Angaben der Gates-Stiftung studierte sie zunächst Informatik und Volkswirtschaftslehre, später schloss sie ein Management-Studium (MBA) ab. Im ersten Jahrzehnt ihrer Karriere arbeitete sie bei Microsoft an der Entwicklung von Multimediaprodukten, wo sie auch ihren späteren Ehemann kennenlernte. Nach der Geburt der Kinder zog sie sich zwischenzeitlich aus dem Berufsleben zurück, um sich um die Kinder zu kümmern, war dann aber in der Stiftung aktiv. Sie ist etwas weniger bekannt, trat in ihrer Rolle als Co-Vorsitzende des Aufsichtsrats der Gates-Stiftung aber auch immer wieder öffentlich auf.

Bill Gates wuchs mit zwei Schwestern in Seattle auf, der Vater war Anwalt, die Mutter Lehrerin. Gates gründete im Alter von 19 Jahren Microsoft und schmiss sein Studium an der Elite-Uni Harvard hin. Der rasante Aufstieg des Unternehmens begann ab 1980, als Microsoft dem Hersteller IBM das Betriebssystem MS-DOS verkaufte, der Vorläufer des späteren Windows, das sich ab den 1990er Jahren weltweit durchsetzte. 2007 erhielt Gates ein Ehrendiplom der Universität Harvard, wo er sein Studium einst abgebrochen hatte. Gates gab seine aktive Rolle bei Microsoft 2008 auf, um sich vorrangig der Arbeit der Stiftung zu widmen.

Die Stiftung des Paares gehört zu den wichtigsten Hilfsorganisationen beziehungsweise Gebern im Bereich der Gesundheitsvorsorge und Entwicklungszusammenarbeit. Das Ehepaar Gates - oder die Eheleute getrennt - werden wegen ihres dahingehenden Einflusses weltweit von Präsidenten, Regierungschefs und Entwicklungsorganisationen hofiert und angehört.

Bis einschließlich 2019 hat die Bill & Melinda Gates Stiftung nach eigenen Angaben bereits mehr als 54 Milliarden US-Dollar für Projekte ausgegeben. Eine der größten Unterstützer der Stiftung ist Investment-Legende Warren Buffett, der bereits mehr als 20 Milliarden Dollar für den Kapitalstock der Organisation gespendet hat.

Kinder sollen nur wenig erben

2010 riefen das Ehepaar Gates und Buffett die Initiative "The Giving Pledge" ins Leben. Die superreichen Unterzeichner verpflichteten sich, zu Lebzeiten oder danach - im Testament festgelegt - mindestens die Hälfte ihres Vermögens gemeinnützigen Zwecken zukommen zu lassen. Gates hat in Interviews häufig betont, dass seine Kinder einmal nur einen kleinen Teil seines Reichtums erben sollten, damit sie sich nicht nur auf fremden Lorbeeren ausruhen könnten.

Quelle: Redaktion / hos