Separatistenführer flieht aus dem Jemen
Im Jemen herrscht seit 2014 Bürgerkrieg. Lange Zeit waren Saudi-Arabien und die VAE mit den von ihnen unterstützten Gruppen Bündnispartner im Kampf gegen die islamistischen Houthi-Rebellen, die weite Teile im Norden und Westen kontrollieren und vom Iran unterstützt werden. Doch im vergangenen Monat kam es zum Bruch. Der von al-Zubaidi geführte Südliche Übergangsrat (STC), der die Abspaltung des Südjemen anstrebt, eroberte dort weite Gebiete. Die VAE hatten zuletzt nach einem Ultimatum Saudi-Arabiens angekündigt, ihre verbliebenen Truppen aus dem Land abzuziehen.
Der Koalition zufolge floh al-Zubaidi zunächst per Boot aus dem Jemen, bevor er von Somaliland aus ein Flugzeug nach Mogadischu bestieg. Von dort sei er unter Aufsicht von Offizieren der Emirate nach Abu Dhabi in den Emiraten weitergeflogen. Die Separatisten erklärten ihrerseits, al-Zubaidi sei unter Androhung von Gewalt aufgefordert worden, nach Saudi-Arabien zu reisen. Stellungnahmen der VAE oder des STC lagen zunächst nicht vor. Der STC hatte jedoch zuvor bestätigt, dass eine hochrangige Delegation nach Riad gereist sei. Al-Zubaidi sei jedoch nicht dabei gewesen.
Die saudische Militärkoalition warf ihm vor, eine größere Streitmacht mit gepanzerten Fahrzeugen sowie schweren und leichten Waffen mobilisiert zu haben. Daraufhin flog Saudi-Arabien, das die offizielle Regierung im Jemen unterstützt, weitere Luftangriffe im Süden des Jemens. Der Koalitionssprecher sprach dabei von "präventiven Luftschlägen", um "eine Eskalation zu verhindern".
Eigentlich sind die Emirate und Saudi-Arabien im Jemen im Kampf gegen die Houthi-Rebellen verbündet. Sie unterstützen jedoch rivalisierende Kräfte. Während die Emirate im Jemen die Separatisten und deren Forderung nach einem unabhängigen Süden unterstützen, hält Saudi-Arabien zur jemenitischen Regierung und will die Einheit des Jemen erhalten. Der seit 2014 andauernde Bürgerkrieg war zuletzt wieder aufgeflammt.
Zusammenfassung
- Der Anführer der südjemenitischen Separatisten, Aidarous Al-Zubaidi, ist mithilfe der Vereinigten Arabischen Emirate über Somaliland und Mogadischu nach Abu Dhabi geflohen, nachdem er am Mittwoch nicht zu Krisengesprächen in Riad erschienen war.
